10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Laura Restrepo  [ Kolumbien, Spanien ]

Biographie

Portrait Laura Restrepo
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2012, 2015.

Bibliographie

Der Engel an meiner Seite

Krüger

Frankfurt a. M., 1997

[Ü: Ilse Layer]

Die dunkle Braut

Europa

Hamburg / Wien, 2003

[Ü: Elisabeth Müller]

Land der Geister

Luchterhand Literaturverlag

München, 2009

[Ü: Elisabeth Müller]

Die Insel der Verlorenen

Luchterhand Literaturverlag

München, 2011

[Ü: Elisabeth Müller]

Hot Sur

Planeta

Miami, 2012

Laura Restrepo wurde 1950 in Bogotá, Kolumbien, geboren. Sie studierte Literatur, Philosophie sowie Politikwissenschaften und arbeitete als Dozentin für Literatur. Als politische Journalistin und Aktivistin engagiert sie sich in Menschenrechtsorganisationen und verfasste mehrere Sachbücher über politische Themen ihres Heimatlandes, vor allem über den mehr als vierzig Jahre andauernden kolumbianischen Bürgerkrieg. In ihrem ersten Buch »Story of a Fascination« (Ü: Geschichte einer Faszination) von 1986 erzählt sie von ihren Erfahrungen bei Friedensverhandlungen während der achtziger Jahre zwischen der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Guerilla. Die Autorin musste daraufhin für sieben Jahre ins Exil nach Spanien und Mexiko gehen, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehren konnte.

1989 erschien ihr Debütroman »La Isla de la pasión« (dt. »Die Insel der Verlorenen«, 2011). Die Autorin schildert darin eine wahre Begebenheit. Eine Gruppe mexikanischer Soldaten und ihre Familien werden Anfang des 20.Jahrhunderts von Diktator Porfirio Díaz zur Besetzung einer Inselgruppe in den Pazifik entsendet und schließlich dort vergessen. Sie sollten die Inseln vor den Eroberungsversuchen der Franzosen verteidigen, haben aber bald, völlig auf sich allein gestellt, mit Hunger und Naturkatastrophen zu kämpfen. In der Zwischenzeit bricht der Erste Weltkrieg aus, und der Diktator wird gestürzt, wovon die Inselbewohner über Jahre hinweg jedoch nichts erfahren. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht einer Journalistin, die in den achtziger Jahren den Ereignissen nachgeht. Auch Zeitzeugenberichte sowie historische Dokumente sind in den Roman integriert, wodurch er zu einer Mischung aus Abenteuerroman und Reportage wird. Generell ist Laura Restrepos Stil, geprägt von ihrer Tätigkeit als Journalistin, eine Verknüpfung von Fakten und Fiktion. Bekannt wurde Restrepo zudem durch den Roman »La novia oscura« (1999; dt. »Die dunkle Braut«, 2003). In einer detaillierten Milieustudie erzählt sie hier die Geschichte einer Prostituierten im Rotlichtviertel eines Dorfs im kolumbianischen Regenwald, das stellvertretend für Kolumbien und die südamerikanische Welt steht. In »Demasiados heroes« (2009; Ü: Zu viele Helden), einem autobiografischen Roman, berichtet Restrepo von ihren persönlichen Erfahrungen während der argentinischen Diktatur in den siebziger Jahren. Zuletzt erschien »Hot Sur« (2012, Ü: Heißer Süden), ein Thriller über einen Serienkiller, das schwierige Leben einer lateinamerikanischen Frau in den USA und das amerikanische Rechtssystem.

Die Autorin erhielt zahlreiche Preise für ihre Sachbücher und Romane und lebt in Barcelona.