10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Johan de Boose  [ Belgien ]

Biographie

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

De grensganger
Meulenhoff/Manteau
Antwerpen/Amsterdam, 2006

Noem het middernacht
Meulenhoff/Manteau
Antwerpen/Amsterdam, 2007

Het geluk van Rusland
Meulenhoff/Manteau
Antwerpen/Amsterdam, 2008

Geheimen van Grzimek
Meulenhoff/Manteau
Antwerpen/Amsterdam, 2010

Bloedgetuigen
De Bezige Bij
Amsterdam, 2011

www.johandeboose.be

Der niederländische Lyriker und Autor Johan de Boose wurde 1962 in Gent, Belgien, geboren und wuchs in Ontario auf. Bis 1993 studierte er Slawistik und Osteuropäische Studien an der Universität Gent mit Studienaufenthalten in Bulgarien, Polen und der Sowjetunion. Seine Dissertation »Tadeusz Kantor und das Theater des Todes« am Institut für slawische Philologie und osteuropäische Studien behandelte die polnische Avantgarde. 1985 bis 1990 arbeitete de Boose an den Genter Theatern Nederlands Toneel, Nieuwpoorttheater und Vooruit, in Letzteren probierte er sich an neuen, experimentellen Formen. 1988 bis 1995 leitete er ein eigenes experimentelles Theaterstudio Barrikade en Suikerij in Gent und engagierte sich 1985 bis 1990 als Schauspieler und Autor für das Kollektief D&A in Belgien und das Productiehuis Noord-Brabant in den Niederlanden. Seit 1986 produziert und präsentiert er verschiedene Programme für Radio 3 (später: »Klara«) und das belgische Radio 1 als Spezialist für Osteuropa.

Seit 2003 ist er vor allem freier Autor von Lyrik, Sachbüchern und Romanen. Darüber hinaus schreibt er regelmäßig Artikel für die flämischen und niederländischen Zeitschriften »Revolver«, »Deus Ex Machina«, »DWB«, »De Gids« und »De Revisor« sowie »De Morgen« und »Vrij Nederland«. Insbesondere widmet er sich in seinem Schreiben dem osteuropäischen Raum, den er ausgiebig bereist hat. In seinem Sachbuch »De grensganger« (2006; Ü: Der Grenzgänger) beschreibt er seine Europareise 16 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Kritisch betrachtet er die Veränderungen im politischen und zwischenmenschlichen Bereich und den Umgang mit der Vergangenheit. In seinem Roman »Bloedgetuigen« (2011; Ü: Blutzeugen) hinterfragt er die systemprägenden Ideologien des 20. Jahrhunderts, indem er verschiedene Menschen, die sich politisch engagiert haben, zu Wort kommen lässt. Sein Blick auf die historischen Entwicklungen dieses Jahrhunderts eröffnet dem Leser eine veränderte und kritische Perspektive auf die Vergangenheit. Auch als Lyriker hat sich de Boose einen Namen gemacht, so wurde zum Beispiel sein 2010 erschienener Gedichtband »Geheimen van Grzimek« (Ü: Das Geheimnis von Grzimek) für den Herman de Coninck Prijs nominiert. Der Titel spielt auf eine Begebenheit aus seiner Kindheit an, als er im Zimmer seines Vaters einen Band des Naturforschers Grzimek entdeckte und sich ihm eine unbekannte Welt voller Geheimnisse offenbarte als etwas, was viel größer ist als er selbst.

Für seine Texte erhielt de Boose verschiedene Auszeichnungen, u.~a. den Henriette Roland Holst-Prijs 2008 für »De Grensganger« und den Cutting Edge Award 2012 für »Bloedgetuigen« als bestes Buch auf Niederländisch. Zurzeit arbeitet er als Redakteur bei der »Poëziekrant« in Gent und ist freier Mitarbeiter bei der Wochenzeitung »Knack«, außerdem ist er Reiseleiter bei kulturellen Organisationen in Flandern und den Niederlanden. Johan de Boose lebt in Gent.

[http://www.johandeboose.be/]

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