10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Charles Bernstein  [ USA ]

Biographie

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© Jill Kramer

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Asylums
Asylum’s Press
New York, 1975

Content’s Dream
Essays 1975–1984
Sun & Moon
Los Angeles, 1986

A Poetics
Harvard University Press
Cambridge, 1992

All the Whiskey in Heaven
Farrar, Straus & Giroux
New York, 2010

Attack of the Difficult Poems
University of Chicago Press
Chicago, 2011

http://epc.buffalo.edu/

http://writing.upenn.edu/pennsound/

Charles Bernstein wurde 1950 in New York City geboren. Er wuchs in Manhattans West Side auf und besuchte die Bronx High School of Science. Am Harvard College studierte er die Werke von Ludwig Wittgenstein und J.~L. Austin, u.~a. bei dem wegweisenden Sprachphilosophen Stanley Cavell. 1972 schloss er sein Studium mit einer Arbeit zu den ästhetischen und poetischen Möglichkeiten einer Verbindung von analytischer Philosophie und der Avantgarde-Literatur ab. Die Fragestellung jener Abhandlung ist zugleich als Ausgangspunkt für Bernsteins eigenes dichterisches Schaffen zu deuten.

Sein erstes Buch erschien 1975 unter dem Titel »Asylums«. Zusammen mit seinem Dichterkollegen Bruce Andrews gab er zwischen 1978 und 1981 das einflussreiche Magazin »L=A=N=G=U=A=G=E« heraus, aus welchem sich die avantgardistische Strömung der sogenannten »language poetry« herausbildete und ein Kollektiv von Lyrikern formierte, zu dem u.~a. auch Susan Howe und Ron Silliman gehörten. Insgesamt erschienen 13 Ausgaben des Magazins, in welchem Bernstein und Andrews theoretische Essays – beispielsweise zum politischen Aspekt der Lyrik oder zum Schaffen von Gertrude Stein – sowie experimentelle Gedichte publizierten. In ihrer Reflexion und Unterwanderung sowohl formaler als auch inhaltlicher Traditionen, vor allem aber in der bewussten Herausstellung des Textes als solchem waren sie maßgeblich an der Entwicklung der poetischen Postmoderne beteiligt. Unterdessen veröffentlichte Bernstein weitere Lyrikbände, u. a,: »Parsing« (1976), »Shade« (1978), »Poetic Justice« (1979) und »Controlling Interests« (1980). 1989 bis 2003 lehrte er an der State University of New York in Buffalo, wo er u.~a. das »Electronic Poetry Center« mitbegründete, ein Online-Portal für digitale Lyrik. Bernstein hat außerdem das Audio-Archive »PennSound« mit ins Leben gerufen, das mittlerweile die größte Sammlung von Aufnahmen teils historischer Lyrikrezitationen darstellt, u.~a. von Ezra Pound, Wallace Stevens, William Carlos Williams, Allen Ginsberg und John Ashbery. Außerdem war er Gastprofessor an zahlreichen Universitäten.

Bernstein wurde u.~a. mit dem Roy Harvey Pearce / Archive for New Poetry Prize der University of California in San Diego (1999) ausgezeichnet und 2006 zum Mitglied der American Academy of Arts and Sciences ernannt. Neben über vierzig Publikationen, darunter Lyrikbände, Essays, Pamphlete, Übersetzungen und Libretti, wurden seine Text u.~a. in »Harper’s Magazine«, »Poetry Magazine«, der »New York Times Book Review« und W.~J.~T. Mitchells »Critical Inquiry« veröffentlicht. Zuletzt erschienen der Gedichtband »All the Whiskey in Heaven« (2010) und die Essaysammlung »Attack of the Difficult Poems« (2011), welche sein vielseitiges und stets avantgardistisches Schaffen illustrieren. Bernstein lebt in Philadelphia und hat eine Englisch-Professur an der University of Pennsylvania inne.

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