10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Bjarni Bjarnason  [ Island ]

Biographie

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© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Die Rückkehr der Jungfrau Maria
Klett- Cotta
Stuttgart, 2012
[Ü: Tina Flecken]

Bjarni Bjarnason wurde 1965 in Reykjavík, Island, geboren und wuchs im Ausland auf. Bereits als Jugendlicher veröffentlichte er Gedichte in isländischen Magazinen und Zeitungen. Im Alter von zwanzig Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück. Wenig später erschien sein erster Lyrikband »Upphafið« (Ü: Der Anfang). Auch Kurzgeschichten und mittlerweile zwölf Romane zählen zu Bjarnasons Werken sowie eine Sammlung von Theaterstücken.

Sein zweiter Roman »Endurkoma Maríu« (1996; dt. »Die Rückkehr der Jungfrau Maria«, 2012) wurde 1996 für den Isländischen Literaturpreis nominiert. Er handelt von einem Theologieprofessor, dessen Enkel eine mysteriöse junge Frau kennenlernt. Um sie herum geschehen seltsame Dinge und sie wird von Visionen heimgesucht. Die Ähnlichkeit mit der Jungfrau Maria ist verblüffend, weshalb der Professor deren Wiederkehr prophezeit. Er wird daraufhin der Universität verwiesen. Der Autor selbst erklärt, dass er nicht von Anfang an die Absicht hatte, ein Buch über die Jungfrau Maria zu verfassen. Er begann über diese Frau zu schreiben, bis ihm plötzlich auffiel, dass sie Maria ähnelt. Erst dann kam die Bibel ins Spiel. Letztlich entstand ein eindrucksvolles Buch, das teils Romanze, teils Thriller und theologische Spekulation ist. Der Roman steht in der isländischen Erzähltradition, die sich nach Bjarnasons Auffassung aber erst dann offenbare, wenn die Geschichte nicht wie alle isländische Literatur ständig mit der Vorstellung von Island als einem besonders mystischen und exotischen Land in Verbindung gebracht werde. Dieses Bild von Island sei ein Mythos. Für den Roman »Borgin bak við orðin« (Ü: Die Stadt hinter den Worten) von 1998 erhielt Bjarni Bjarnason den Tómas Guðmundsson Award. »Mannætukonan og maður hennar« (Ü: Die Kannibalin und ihr Ehemann) wurde 2001 mit dem Halldór Laxness Literature Award ausgezeichnet. In seinem neuesten Werk »Repute« (2011; Ü: Das Ansehen) thematisiert Bjarnason die isländische Finanzkrise. Der Protagonist Starkaður Leví spielte eine entscheidende Rolle im Zusammenhang mit dem Kollaps. Einige Jahre danach will er sich nun einen besseren Ruf aufbauen, um wieder in der Gesellschaft aufgenommen zu werden – koste es, was es wolle.

Bjarni Bjarnason ist Mitbegründer des seit 1994 erscheinenden Literaturmagazins »Andblær«, in dem vor allem Texte junger Autorinnen und Autoren erscheinen. Er lebt heute in Norwegen.

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