10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Adam Jaromir  [ Deutschland, Polen ]

Biographie

Foto Jaromir, Adam_portrait_ C privat.jpg
© privat

Gast des ilb 2012.

Bibliographie

Zarafa

[Ill: Pawel Pawlak]

Gimpel

Hannover, 2009

Fantje

[Ill: Gabriela Cichowska]

Gimpel

Hannover, 2010

Fräulein Esthers letzte Vorstellung

Eine Geschichte aus dem Warschauer Ghetto

[Ill: Gabriela Cichowska]

Gimpel

Hannover, 2012

Tallula – Königin der Nacht

[Ill: Józef Wilkoń]

Gimpel

Hannover, 2012

www.les-amis-de-zarafa.com

Adam Jaromir wurde 1971 im südpolnischen Bielsko-Biała geboren. Er studierte an den Universitäten in Hannover und Florenz Germanistik und Italianistik. 2006 gründete er zusammen mit Luca Emanueli in Hannover den Gimpel-Verlag, der sich auf die Publikation von Bilderbüchern spezialisiert hat und u.~a. Iwona Chmielewskas vielfach prämiertes Bilderbuch »Pamiętnika Blumki« (2011; dt. »Blumkas Tagebuch – Vom Leben in Janusz Korczaks Waisenhaus«, 2011) verlegte.

Neben seiner Verlegertätigkeit arbeitet Adam Jaromir als Autor und Übersetzer. Seine eigenen Bücher – sie erscheinen ebenfalls im Gimpel-Verlag – handeln oft von der Erfahrung der Fremdheit. So erzählt er in »Zarafa« (2009; dt. 2009) die Geschichte der historischen Giraffe Zarafa, die 1827 nach einer über zweijährigen Anreise aus Afrika europäischen Boden betrat und bei ihrer Ankunft in Paris von Zehntausenden Schaulustigen begrüßt wurde. Sprachgewandt und mit feinem Humor berichtet Jaromir, was die Giraffe am Hof des Königs von Frankreich erlebt haben könnte. Das Buch kommt im ungewöhnlichen Hochformat daher und arbeitet mit einer detailliert ausgeklügelten Bild-Text-Dramaturgie, die vor allem durch den typografischen Ideenreichtum und die anmutigen Illustrationen von Pawel Pawlak überzeugt. »Zarafa« ist ein Buch über den sprichwörtlichen Anfang, dem ein Zauber innewohnt, die Lust auf Abenteuer und – wenn diese unerreichbar fern scheinen – die Magie des Geschichten-Erzählens. Nicht weniger ambitioniert in Inhalt und Form ist Jaromirs Buch »Słoniątko« (2010; dt. »Fantje«, 2010). Darin erzählt er von einem weißen kleinen und feinen Elefanten, der sich aus der afrikanischen Steppe auf den Weg in die Porzellanstadt Meißen macht. Wiederum in einer klug durchdachten Wort-Bild-Symbiose gestaltet, entführt »Fantje« den Leser mit kurzen prägnanten Sätzen, einer herausragenden Typografie und betörend schönen Illustrationen von Gabriela Cichowska in die Welt eines Tiers, das nach nicht weniger sucht als sich selbst und seinem Platz in der Welt. Mit »Fräulein Esthers letzte Vorstellung – Eine Geschichte aus dem Warschauer Ghetto« (2012, Ill: Gabriela Cichowska) und »Tallula – Königin der Nacht« (2012, Ill: Józef Wilkoń) legt Adam Jaromir 2012 zwei weitere Bücher vor. Mit den bislang von ihm verlegten bzw. geschriebenen Werken zeigt sich schon jetzt seine Bedeutung als einer jener couragierten »Buchmenschen«, die sich – allen Marktgesetzen zum Trotz – für den Erhalt des künstlerisch anspruchsvollen Bilderbuchs in Deutschland einsetzen.

Adam Jaromirs Bücher als Autor und Verleger wurden national und international vielfach ausgezeichnet, u.~a. mit dem Bologna Ragazzi Award (2011) und einer Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis (2012). Adam Jaromir lebt seit 1985 in Hannover.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.les-amis-de-zarafa.com/de/]

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