10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Sara Al Jarwan  [ Vereinigte Arabische Emirate ]

Biographie

 Sara Al Jarwan
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Shajan Bint Al Qadar Al Hazin
Sharjah, 1992

Ayqounat Al Hilm
Dar Al-Shurooq
Amman, 2003

Risa’il ’Ila Al Sultan
Dar Al-Shurooq
Amman, 2003

Turous ’Ila Moulay Al-Sultan, Al-Kitab Al-Awwal
Dar Al-Adab
Beirut, 2009

‘Udhraa’ wa Wali wa Saahir
Arab Scientific Publishers Inc
Beirut, 2011

Sara Al Jarwan wurde 1969 im Emirat Ajman in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren. Bereits in jungen Jahren schrieb sie, doch ihre Karriere begann erst, als sie unmittelbar vor dem Golfkrieg 1991 ihren Militärdienst antrat. Nach dem Erscheinen ihres Debüts »Yawmiyaat Mujannada« (Ü: Tagebuch einer Rekrutin) in der bekannten arabischen Zeitschrift »Zahrat Al Khalij« verfasste sie ein Schauspiel über die Rolle der Frau in der Armee der VAE. Als Redakteurin des offiziellen Magazins der Streitkräfte »Dara‘ Al Watan« war sie zu Gast in Fernsehsendungen und ermutigte Frauen, bei der Armee ihr Land zu verteidigen und ihrer Gesellschaft zu dienen. Später gehörte sie der diplomatischen Mission der VAE in Ägypten an und fungierte als Redakteurin und Medienkoordinatorin des Instituts für Islamische Angelegenheiten und religiöse Stiftungen.
1992 erschien Al Jarwans erster Roman »Shajan Bint Al Qadar Al Hazin« (Ü: Die Melancholie der Tochter eines traurigen Schicksals). Da sie ihn bereits 1984 geschrieben hatte, gilt er als erster Roman einer einheimischen Autorin. Elf Jahre später folgten die Kurzgeschichtensammlung »Ayqounat Al Hilm« (Ü: Die Ikone des Traums) sowie ein weiterer Roman, »Risa’il ’Ila Al Sultan« (Ü: Briefe an den Sultan). Ein zentrales Thema ist die Stellung der Frau angesichts gesellschaftlicher Konventionen in den VAE heute. Sie setzt sich insbesondere mit der Institution Ehe, den mit ihr einhergehenden Pflichten und der Preisgabe eigener Interessen auseinander. Sara Al Jarwan greift außerdem regionale Besonderheiten auf und wählt nicht selten Wendungen aus Dialekten, um Sitten, Gebräuche und Topografien zu schildern. »Ort und Menschen ein spezifisches Aroma zu verleihen« und dabei die Geschichte »einer Nation unter Nationen, eines Staates unter Staaten, eines Volkes von vielen« zu erzählen, so beschreibt sie selbst diesen Ansatz und erregte damit Aufsehen in der Literaturszene des Emirats. Die Auseinandersetzung mit den ihr besonders am Herzen liegenden Fragen spiegelt vor allem »Turous ’Ila Moulay Al-Sultan, Al-Kitab Al-Awwal« (2009; Ü: Briefe an meinen Herrn, den Sultan, Teil 1) wider, ein Buch, das ihr große Anerkennung in der arabischen Welt einbrachte. Acht Jahre lang schrieb sie an dem Epos, das die Geschichte mehrerer Generationen einer Beduinenfamilie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Emiraten erzählt. Sie thematisiert die Gründung und Entwicklung der VAE und reflektiert ein weiteres Mal ihr leidenschaftliches Interesse an sozialen und feministischen Fragen. In jüngerer Zeit veröffentlichte sie eine Anthologie emiratischer Volkserzählungen, jeweils in klassischem Arabisch und im Dialekt, und den Roman »‘Udhraa’ wa Wali wa Saahir« (2011; Ü: Eine Jungfrau, ein Heiliger, und ein Zauberer).
Al Jarwan wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, u. a. mit dem »Best Emirati Writing«-Preis, und erhielt einen Ehrendoktor der Universität der Vereinigten Arabischen Emirate. Sie lebt in Abu Dhabi.

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