10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Piotr Paziński  [ Polen ]

Biographie

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Labirynt i drzewo
Studia nad Ulissesem Jamesa Joyce’a
Austeria
Krakau, 2005

Dublin z Ulissesem
Wraz ze słownikiem bohaterów Ulissesa
Czuły Barbarzyńca Press
Warschau, 2008

Pensjonat
Nisza
Warschau, 2009

Der polnische Journalist, Essayist, Literaturkritiker, Übersetzer und Schriftsteller Piotr Paziński wurde 1973 geboren. 1999 beendete er sein Philosophiestudium an der Universität Warschau und verteidigte 2005 seine Dissertation über »Ulysses« von James Joyce am Institut für literarische Forschungen der Polnischen Akademie der Wissenschaften. 1992 bis 1997 war Paziński Journalist im Auslandsressort der »Gazeta Wyborcza«. Ab 1997 war er für die Monatszeitschrift für jüdisches Leben und jüdische Kultur »Midrasz« tätig, ab 2000 als Chefredakteur.
2008 erschien Pazińskis fiktiver Reiseführer durch die irische Hauptstadt »Dublin z Ulissesem«, in dem er mit achtzehn imaginären Wanderungen in die Fußstapfen von James Joyce tritt, und zwar am »Bloomsday«, dem 16. Juni 1904. Er erzählt von verschiedenen Orten in Dublin, das Buch umfasst außerdem Illustrationen, detaillierte Karten und fast 250 Biografien der in »Ulysses« erwähnten Personen. Paziński erster Roman »Pensjonat« erschien 2009 und handelt von einem Mann, der in der Nähe von Warschau eine Pension besucht, in der er in seiner Kindheit oft seine Ferien verbrachte – zusammen mit seiner Großmutter, einer Überlebenden des Holocaust wie viele andere betagte Gäste, denen er bei seinem erneuten Besuch begegnet. Der Roman spielt auf mehreren Zeitebenen und lässt vergangene Ereignisse wiederaufleben, schürt neue Auseinandersetzungen und ideologische Diskurse. Daneben gibt es eine Vielzahl von jüdischen Anekdoten und Gleichnissen. Mit seinem Erinnerungsroman tritt Paziński, der zur dritten Generation nach dem Holocaust gehört, den Beweis an, dass das jüdische Erbe in Polen nach wie vor lebendig ist. In sinnlichen Bildern illustriert er die Vielfalt des jüdischen Erbes, verschiedene Schicksale von Toten und Überlebenden werden präsent, eine Vielfalt von Stimmen steht in einem lebendigen Dialog und setzt den Disput über die Existenz Gottes und die Mission des jüdischen Volkes fort.
Für sein Debüt »Pensjonat« wurde Piotr Paziński sowohl für den Nike-Preis nominiert als auch 2009 mit dem Paszport Polityki ausgezeichnet, dem Kulturpreis des polnischen Wochenmagazins »Polityka«, der in den Kategorien Literatur, Film, Theater, Musik und visuelle Künste verliehen wird. Piotr Paziński lebt in Warschau.

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