10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Omair Ahmad  [ Indien ]

Biographie

Omair Ahmad
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Encounters
Tara Press
Neu-Delhi, 2008

Jimmy the Terrorist
Hamish Hamilton India
Neu-Delhi, 2010

Der Geschichtenerzähler
Draupadi
Hiedelberg, 2011
[Ü: Anne Breubeck]

Literatur spielte eine wichtige Rolle in der Familie, in die Omair Ahmad 1974 in Aligarh geboren wird. Doch wie viele Kinder in Entwicklungsländern legte man auch ihm nah, sich in der Ausbildung auf Naturwissenschaften zu konzentrieren. Der Vater war Ingenieur und nahm seine Familie mit in verschiedene Städte Indiens. Ahmad besuchte die Schule der amerikanischen Botschaft in Saudi-Arabien. Nach der Rückkehr nach Indien machte er seinen Abschluss in den Hauptfächern Mathematik, Physik und Chemie. Zudem wurde er mit einem jährlich vergebenen Literaturpreis ausgezeichnet. In jenen Jahren wurde vor allem der Norden des Landes von religiösen Unruhen erschüttert, die von den immer stärker werdenden politischen Parteien geschürt wurden. Ahmad konzentrierte sich nun auf Politologie, Geschichte und Literatur. Mit einem B.~A. in der Tasche bekam er einen Studienplatz an der renommierten Jawaharal Nehru University und machte einen zweiten Abschluss im Fach Internationale Beziehungen mit dem Schwerpunkt Kaschmir an der Syracuse University, N. Y. Anschließend arbeitete er für Thinktanks, Regierungsstellen und als Journalist.
Ahmads literarischer Erstling »Encounters« (2008; Ü: Begegnungen) handelt von der Radikalisierung der Mittelschichtsjugend. Sein zweites Buch, die Novelle »The Storyteller’s Tale« (2009, dt. »Der Geschichtenerzähler«, 2011), spielt vor dem Hintergrund der Plünderung Delhis durch den afghanischen Warlord Ahmad Shah Abdali im 19. Jahrhundert. Ahmads jüngstes Werk »Jimmy the Terrorist« (2010; Ü: Jimmy der Terrorist) handelt von einem Zwischenfall in einer Kleinstadt, die vom durch den Terrorismus aufgeputschten Medieninteresse geradezu überwältigt wird. Nachdem Ahmads Debütroman relativ wenig Beachtung fand, wurde das zweite Werk sowohl bei Kritikern als auch kommerziell zum Erfolg, nicht zuletzt wegen der hochaktuellen Thematik. So schrieb beispielsweise die führende indische Tageszeitung »Indian Express«: »Wie schon in seinen früheren Werken begeistert Ahmad den Leser durch seine nuancierte Prosa und sensibler Innensicht. In ›The Storyteller’s Tale‹ ziehen sich die Charaktere immer wieder zurück und sprechen mit sich selbst in den chaotischen Nischen ihrer Fantasie. Ahmad stellt sich der Frage, die letztlich jede Erzählung aufwirft: Wo liegt die Wahrheit?« Für eine französische, deutsche und spanische Ausgabe konnten die Rechte bereits verkauft werden. Das Manuskript seines dritten Buches stand 2009 auf der Shortlist des Man Asian Prize und erschien 2010 beim Penguin-Ableger Hamish Hamilton, der sich auf die Publikation renommierter Autoren wie Orhan Pamuk, Zadie Smith, Arundhati Roy und John Updike in Indien spezialisiert hat.
Omair Ahmad leitet aktuell die Kaschmir- und Tibet-Programme der Friedrich-Naumann-Stiftung in Südasien. Er lebt in Neu-Delhi.

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