10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Maite Carranza  [ Spanien ]

Biographie

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© Edebé(fre)

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Der Klan der Wölfin
Bloomsbury
Berlin, 2007
[Ü: Hanna Grzimek]

Die Eiswüste
Bloomsbury
Berlin, 2008
[Ü: Hanna Grzimek]

Der Fluch der Odi
Bloomsbury
Berlin, 2008
[Ü: Hanna Grzimek]

Palabras Envenenadas
Edebé
Barcelona, 2010

Eine magische Sommernacht
Bloomsbury
Berlin, 2011
[Ü: Hanna Grzimek]

Maite Carranza, 1958 in Barcelona geboren, studierte Anthropologie und arbeitete anschließend als Lehrerin für Sprachen und Literatur. 1986 veröffentlichte sie mit »Ostres, tu, quin cacau!« (Ü: Meine Güte, welch ein Durcheinander!) ihr erstes Kinderbuch und wurde dafür mit dem Premi de la Crítica Serra d’Or ausgezeichnet. Seit Anfang der neunziger Jahre konzentriert sich Carranza ganz auf das Schreiben.
Weltweite Aufmerksamkeit erregte ihre in mehr als zwanzig Sprachen übersetzte Fantasy-Jugendbuchtrilogie »La Guerra de las Brujas« (2005−2007; dt. »Der Krieg der Hexen«, 2007−2008). Die Geschichte des ersten Teils, »El Clan de la Loba« (2005; dt. »Der Klan der Wölfin«, 2007), ist in einem kleinen Bergdorf in den Pyrenäen angesiedelt. Hier wächst die vierzehnjährige Außenseiterin Anaíd auf. Nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer exzentrischen Mutter Selene wird sie sich ihrer Identität als Omar-Hexe bewusst und versucht, mit langsam erwachenden Kräften das Geheimnis des Verschwindens ihrer Mutter zu lüften. Schnell gerät sie dabei zwischen die Fronten eines seit Jahrhunderten tobenden Krieges zwischen Omar- und Odish-Hexen. Im zweiten Teil der Trilogie, »El Desierto de Hielo« (2006; dt. »Die Eiswüste«, 2008) konzentriert sich Carranza vor allem auf die Schilderung der Vergangenheit von Anaíds Mutter Selene, während es im dritten Teil, »La Maldición de Odi« (2007; dt. »Der Fluch der Odi«, 2008), zum finalen Kampf der Hexenclans kommt. Die »La Guerra de las Brujas«-Trilogie überzeugt nicht nur aufgrund des für einen Fantasyroman ungewöhnlichen Settings in den Pyrenäen und der Tatsache, dass der Figurenkosmos fast ausschließlich aus weiblichen Akteuren besteht. Vor allem die geschickte Verknüpfung des Coming-of-Age einer heranwachsenden Frau mit einer Generationengeschichte von Tochter, Mutter und Großmutter inmitten eines mythischen Europas ist so ungewöhnlich wie einnehmend. In der Schilderung ihrer Figuren bleibt Carranzas wissenschaftlicher Hintergrund als Anthropologin sichtbar und auch realhistorische Bezüge mythischen Charakters baut die Autorin vielfach ein. So stand etwa für die Anführerin der Odish-Hexen die auch als »Blutgräfin« bekannte Ungarin Elisabeth Báthory (1560−1614) Pate. Auch in ihrem Jugendroman »Magia de una noche de verano« (2009; dt. »Eine magische Sommernacht«, 2011) lotet Carranza mit hoher Sensibilität die Entwicklung ihrer weiblichen Hauptfigur aus und bettet deren Teenageralltag geschickt in einen mythisch-märchenhaften Kontext ein. Der anthropologische Hintergrund der Autorin scheint auch in diesem Roman immer wieder auf, dessen Geschichte sich atmosphärisch irgendwo zwischen Shakespeares »Ein Sommernachtstraum« und irischen Fantasygeschichten einpendelt. Carranzas neueste und bereits mehrfach ausgezeichnete Veröffentlichung »Palabras Envenenadas« (2010; Ü: Vergiftete Worte), beschäftigt sich im Gewand eines Kriminalromans eindringlich mit den Themen Prostitution und sexueller Missbrauch.
Bis heute hat die Autorin über vierzig Kinder- und Jugendbücher geschrieben und wurde für viele ausgezeichnet. Maite Carranza schreibt auch Drehbücher für das Fernsehen und unterrichtet kreatives Schreiben. Sie hat drei Kinder und lebt in Sant Feliu de Llobregat bei Barcelona.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.maitecarranza.com]

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