10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Kate Camp  [ Neuseeland ]

Biographie

Kate Camp
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2011, 2012.

Bibliographie

Unfamiliar Legends of the Stars
Victoria University Press
Wellington, 1998

Realia
Victoria University Press
Wellington, 2001

Beauty Sleep
Victoria University Press
Wellington, 2005

Kate’s Klassics
Penguin
Auckland, 2006

The Mirror of Simple Annihilated Souls
Victoria University Press
Wellington, 2010

Kate Camp wurde 1972 in Wellington, Neuseeland, geboren. Sie studierte englische Literatur an der Victoria University of Wellington. Ihr erster Gedichtband »Unfamiliar Legends of the Stars« (1998; Ü: Unbekannte Legenden der Sterne) besteht vorwiegend aus kurzen Gedichten in freien Versen, die thematisch eine große Bandbreite von aktuellen bis hin zu philosophischen Problemen umspannen. Mit ihrem Debüt wurde Kate Camp als eine der bedeutendsten Stimmen der jungen Schriftstellergeneration anerkannt. In ihrem zweiten Gedichtband »Realia« (2001) entwickelt Camp die Technik des spielerischen Tons, mit dem sie ernste Themen anspricht, weiter. Kritiker haben Camps Interesse an der Popkultur und der Gegenwart hervorgehoben und sie einer »erwachsen gewordenen Generation X« zugeordnet. 2002 war Camp Writer in Residence an der University of Waikato, die in dieser Zeit entstandenen Gedichte erschienen 2005 unter dem Titel »Beauty Sleep«. Von dem Zyklus über eine Frau, an die an Schlaflosigkeit leidet, sagt sie selbst: »Wie in vielen meiner Gedichte ist dieses Detail ziemlich autobiografisch. Das Haus darin entspricht dem Cottage, in dem ich in Hamilton lebte. Der Unterschied zwischen Tages- und Nachttemperaturen kann im Landesinneren extrem groß sein. Ich lag nachts im Bett und lauschte auf die Geräusche des sich abkühlenden Hauses.« Für ihre jüngste Gedichtsammlung »The Mirror of Simple Annihilated Souls« (2010; Ü: Der Spiegel der einfachen, zerstörten Seelen), deren Titel sich auf die Schrift »Der Spiegel der einfachen Seelen« der mittelalterlichen Mystikerin Marguerite Porète bezieht, die von der Kirche der Häresie beschuldigt und 1310 auf dem Scheiterhaufen in Paris verbrannt wurde, erhielt Camp den New Zealand Post Book Award for Poetry. Der Juror Michael Harlow begründete die Entscheidung mit den Worten: »Kate Camp stellte sich mutig der Aufgabe, Worte zum Klingen zu bringen, als Ode an die universelle und immer wieder faszinierende Erfahrung: Welches Handeln erwartet die Liebe vom Ich? Und wie steht dieses im Dienst des Prozesses, den wir als ›Beseelung‹ bezeichnen? Camps brillante Poetik manifestiert sich in der ›Originalübersetzung‹ ihrer Sprache in ein modernes Idiom, das sich mit der spirituellen Dimension eines In-der-Welt-Lebens auseinandersetzt.«
Neben ihrem lyrischen Schaffen ist Kate Camp auch als Literaturkritikerin und Essayistin tätig, u. a. für den Radiosender NZ. Ihre literarischen Essays erschienen 2006 in Buchform unter dem Titel »Kate’s Klassics«. Ab September 2011 ist Kate Camp für ein Jahr Stipendiatin der im Jahr 2000 gegründeten Creative New Zealand Berlin Writers’ Residency, die Schriftstellern aus Neuseeland die Möglichkeit gibt, über einen längeren Zeitraum ein Projekt innerhalb des kulturellen Lebenskontextes von Berlin zu verfolgen.

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