10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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François Place  [ Frankreich ]

Biographie

François Place
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Quel Amour d'Enfant!
[Text: Sophie Ségur]
Hachette
Paris, 1983

Die letzten Riesen
Bertelsmann
München, 1995
[Ü: Marie Luise Knott]

Phantastische Reisen (3 Bände)
Bertelsmann
München, 1997−2000
[Ü: Marie Luise Knott]

Der König der vier Winde
Gerstenberg
Hildesheim, 2008
[Ü: Bernadette Ott]

Gwen: Der Lehrling des Heilers
Gerstenberg
Hildesheim, 2011
[Ü: Bernadette Ott]

François Place, geboren 1957 in Ezanville in Val-d’Oise, war nach seinem Studium der Grafik an der École Estienne Paris als Zeichner u. a. im audiovisuellen Bereich, im Verlagswesen und in der Werbung tätig. Gemeinsam mit zwei Kollegen realisierte er 2008 den Internetauftritt für Kinder des Pariser Louvre.
Mit seiner ersten eigenen Erzählung in Text und Bild, »Les derniers géants« (1992; dt. »Die letzten Riesen«, 1995), gelang ihm der internationale Durchbruch. Das vielfach prämierte Kinderbuch, in dem die Grenzen von Abenteuergeschichte, Forschungsbericht und Märchen verschwimmen, erzählt von Archibald Leopold Ruthmores Entdeckung eines von der Außenwelt vergessenen Stammes von neun Riesen im 18. Jahrhundert im asiatischen Hochland und dessen durch ihn verschuldeten Auslöschung. Nuancenreich, voller Ironie sowie intertextueller Anspielungen lässt François Place die ikonografischen und literarischen Motive innerhalb seines Gesamtwerks zirkulieren. Seine Abenteuergeschichten in Gestalt von Reisedarstellungen haben stets den Anspruch, die Imaginationskraft des Lesepublikums anzuregen und dieses zu eigenen Vorstellungen über die Realität hinaus zu inspirieren. Auf der Suche nach dem legendären König in »Le roi des trois Orients« (2006; dt. »Der König der vier Winde«, 2008) reist eine Karawane seit unbestimmter Zeit durch die Welt und trotzt härtesten Prüfungen. Vieles bleibt in dieser Geschichte rätselhaft und lädt den Leser ein, die entdeckten Leerstellen durch eigene Deutungen auszufüllen. In diesem Bilderbuch ergänzen »sich Bild und Text kongenial […]. Place gelingt es, einen hohen Ton, eine Freude am gewählten Ausdruck, mit der Schlichtheit der Legendensprache zu verbinden, ohne altbacken zu erscheinen«, kommentiert Eva-Maria Magel 2008 in der »FAZ«. In seinem ersten Roman »La douane volante« (2010; dt. »Gwen: Der Lehrling des Heilers«, 2011) bleibt François Place seinem Anspruch, die Abbildung von Wirklichkeit bewusst durch Utopien zu erweitern, treu. In seinem fantastischen Entwicklungsroman erzählt er von dem Waisenkind Gwen, das 1914 in der Bretagne als Lehrling des blinden Heilers Braz aufwächst. Als ihn eines Tages ein schwarz gekleideter Mann auf seinem Karren mitnimmt, findet sich Gwen in einem fremden, aus der Vergangenheit aufgetauchten Land wieder, das zwar Ähnlichkeiten mit seiner Heimat aufweist, jedoch seinen eigenen Gesetzen folgt. Die Rückkehr nach Frankreich wird Gwens größtes Ziel. Inspiriert durch ein flämisches Gemälde des 17. Jahrhunderts, verarbeitet François Place hier seine bevorzugten Themen, u. a. die Reise, die der Initiation des Helden dient, das Meer und die menschliche Gemeinschaft, ergänzt um historische Aspekte wie z. B. die zu jener Zeit verbotene anatomische Forschung.
François Place hat in den vergangenen Jahren zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen erhalten. Er lebt in der Nähe von Paris.

© internationales literaturfestival berlin

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