10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Fabian Göranson  [ Schweden ]

Biographie

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© Hanna Gustafsson

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Vägen
Seriefrämjandet
Stockholm, 2006

Gaskriget
Galago
Stockholm, 2006

Kirurgi
Galago
Stockholm, 2008

En hjälpande hand
[Mit Lars Krantz u. Fredrik Quistberg]
Atlas
Stockholm, 2010

Inferno
Kolik
Malmö, 2010

Fabian Göranson wurde 1978 in Stockholm geboren. Nach dem Abitur besuchte er für zwei Jahre die Kunsthochschule in Stockholm und studierte von 1999 bis 2000 Sozialwissenschaften an der Stockholmer Universität. 2001 unterbrach er sein Studium in Schweden und zog nach Paris. Von dort aus reiste er 2003 durch Lateinamerika und ließ sich für ein knappes Jahr in Bolivien nieder.
Während dieser Zeit erschienen seine ersten Comicstrips in schwedischen Magazinen. Nach Schweden zurückgekehrt, debütierte er mit dem Band »Gaskriget« (2006). In diesem autobiografischen Erstlingswerk verarbeitet Göranson seine Reiseerlebnisse in Lateinamerika. Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein junger Aktivist und andere Jugendliche, die in ihren Heimatländern in friedlichen Verhältnissen aufgewachsen, nun aber auf ihren Reisen durch Europa und Südamerika mit der harten politischen Realität konfrontiert sind. »Gaskriget« ist eine mit großem journalistischem Gespür geschriebene, spannende Comicreportage und verweist auf Göransons Anlehnung an eine klassisch-europäischen Tradition in der Bild- und Formsprache. Sein zeichnerisches Können und seine große Leidenschaft für die Recherchearbeit stellte Göranson auch mit seiner ersten Graphic Novel unter Beweis. 2006 zog er nach Malmö und gründete mit drei Freunden den Comicverlag Kolik. Dort erschien das Comicalbum »Inferno« (2010) – eine Adaption des gleichnamigen Romans von August Strindberg aus dem Jahr 1897 –, der von der Presse und der Leserschaft gleichermaßen mit Begeisterung aufgenommen und in der Kategorie »Bester Comic« für Schwedens bekanntesten Comic-Preis, den Urhunden, nominiert wurde. Der autobiografische Roman »Inferno« spiegelt die geistige und religiöse Krise des schwedischen Autors in den 1890er Jahren wider: 1896 hängte August Strindberg das literarische Schreiben an den Nagel, um sich mit alchemistischen Experimenten einen Namen als Wissenschaftler zu machen. Je mehr Experimente scheiterten, desto stärker bildete er sich ein, dass sein Leben von unsichtbaren Mächten gesteuert werde. Er verlor sich in einem Labyrinth von schwarzer Magie, merkwürdigen Zeichen und paranoiden Wahnvorstellungen. »Inferno« ist eines der am schwersten verständlichen und mystischsten Werke von Strindberg, das dem Lesepublikum in der Comic-Adaption von Fabian Göranson durch eine dichte Erzählform, Humor und kraftvolle Zeichnungen zugänglich gemacht wird. Der Leser taucht in die Welt der Jahrhundertwende, begegnet der dekadenten Künstlerboheme ebenso wie religiösen Zweiflern – und dabei erschließt sich ihm ein ganz neues Bild des schwedischen Nationaldichters.

© internationales literaturfestival berlin

[http://fabiangoranson.se]

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