10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Barbara Yelin  [ Deutschland ]

Biographie

Portrait Yelin
© Martin Friedrich

Gast des ilb 2011, 2016.

Bibliographie

Gift

[Text: Peer Meter]

Reprodukt

Berlin, 2010

Riekes Notizen

Reprodukt

Berlin, 2013

Irmina

Reprodukt

Berlin, 2014

Der Sommer ihres Lebens

[Text: Thomas von Steinaecker]

114/S. Fischer

Frankfurt a. M., 2016

Vor allem eins: Die selbst sei treu

Die Schauspielerin Channa Maron

[Ill: David Polonsky]

Reprodukt

Berlin, 2016

Barbara Yelin wurde 1977 in München geboren. Sie studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, wo sie 2004 ihr Diplom ablegte. Die dort lehrende Professorin Anke Feuchtenberger prägte mit ihrer ganz eigenen Umsetzung von Comics Yelins späteren Stil maßgeblich. Heute steht Yelin selbst für eine sehr individuelle und besondere Zeichenweise ihrer Geschichten und erweitert so das Formenrepertoire des Comics. Während ihre Bleistiftzeichnungen von einem gewissen Ernst zeugen, werden bei Yelin Farben zum Indikator von Emotionen. Die Bilder wirken dynamisch und lebendig, und die intensiven Licht- und Farbstimmungen spiegeln den seelischen Zustand der Figuren wider.

Ihre Bekanntheit als Comiczeichnerin verdankt Barbara Yelin auch den in Frankreich erschienenen Bänden »Le Visiteur«, einer Erzählung über die Freundschaft zwischen einem kleinen Mädchen und einem Raben, und »Le Retard«, einer subtilen und melancholischen Liebesgeschichte. Sie veröffentlichte bislang außerdem regelmäßig Comic-Kurzgeschichten in dem Illustrationsmagazin »Spring«, das von mehreren Zeichnerinnen, darunter auch Yelin selbst, herausgegeben wird. In der Graphic Novel »Gift«, die in Zusammenarbeit mit Szenarist und Autor Peer Meter entstand, zeichnet Yelin den historischen Kriminalfall der Bremer Mörderin Gesche Gottfried im Jahr 1828 auf, der europaweit Angst und Schrecken verbreitete. Durch starke Schwarz-Weiß-Kontraste und Verwischungen lässt sie eine verschwommene und beklemmende Atmosphäre entstehen. Durch den besonderen Umgang mit Lichtverhältnissen wirken die Bilder eigentümlich räumlich und wie erleuchtet. 2014 erschien ihr vielfach ausgezeichneter Comicroman »Irmina«, ein Drama um die Entscheidung zwischen persönlicher Freiheit und dem Drang nach gesellschaftlichem Aufstieg. Basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt Yelin in atmosphärisch dichten Bildern einen Werdegang voller Brüche und fokussiert darin auf Mitläufertum und Wegsehen vieler im Nationalsozialismus. Gemeinsam mit dem Autor Thomas von Steinaecker gestaltete Yelin 2015/2016 den mehrteiligen Webcomic »Der Sommer ihres Lebens«.

Barbara Yelins Werke wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen gezeigt. 2008 erhielt sie den Newcomerpreis der Frankfurter Buchmesse, 2015 den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur und 2016 den renommierten Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin. Sie lebt und arbeitet in München.

[http://barbarayelin.de]