10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Àngel de la Calle  [ Spanien ]

Biographie

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© Marina Taibo

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Mon ami Morán
Les 400 Coups
Paris, 2002

Nuestra guerra civil
Ariadna
Córdoba, 2006

El Hombre Enmascarado
En el sendero
Sinsentido
Madrid, 2007

Modotti: eine Frau des 20. Jahrhunderts
Rotbuch
Berlin, 2011
[Ü: Timo Berger]

Der Comiczeichner, Grafikdesigner und Illustrator Ángel de la Calle, 1958 in Molinillo de la Sierra bei Salamanca geboren, begann seine Karriere Ende der siebziger Jahre bei der Zeitung »Star«. In den Achtzigern veröffentlichte er regelmäßig in spanischen Magazinen wie »Bésame Mucho«, »Rambla«, »Comix Internacional« oder »El Víbora«, außerdem in fremdsprachigen Magazinen wie dem Schweizer »Tung Metal«, dem französischen »Fantastik« oder dem US-amerikanischen »Heavy Metal«. Seine Tätigkeiten wechselten sich im Comic-Bereich zwischen Grafikdesign und Illustration ab, so entwarf er das Storyboard für den Film »El lado oscuro« (Ü: Die dunkle Seite) von Gonzalo Suárez. De la Calle erfand 1996 unter dem Pseudonym Adela C den Cartoon »Mar y Mari« für die Tageszeitungen »La Nueva España« und »El Comercio«. In Frankreich publizierte er 2002 eine illustrierte Ausgabe der Novelle »Mi amigo Moran« (Ü: Mein Freund Moran) von Paco Ignacio Taibo II. 2006 erschien »Diarios de festival« (Ü: Festivaltagebücher), in dem er auf dem Comic-Markt das Genre des persönlichen Tagebuchs eines Autors einführt, und zuletzt »Entre líneas« (Ü: Zwischen den Zeilen), das in Zusammenarbeit mit Jorge García für das Buch »Nuestra guerra civil« (Ü: Unser Bürgerkrieg) entstand.
Sein ambitioniertestes Werk ist der Comic-Roman »Modotti. Una mujer del siglo XX« (2003 und 2005; dt. »Modotti: eine Frau des 20. Jahrhunderts«, 2011), der bereits in mehreren Ländern – Italien, Brasilien, Portugal, Frankreich und Deutschland – veröffentlicht wurde. Die Leistung de la Calles besteht in der Recherchearbeit für die Biografie der Revolutionärin Tina Modotti und der Illustration ihrer Lebensgeschichte. Ihm ist eine intime und vielschichtige historische Erzählung über die gefeierte Fotografin und Kommunistin gelungen, die Biografie und Fiktion vereint: In seinen Zeichnungen schafft er es, historische Genauigkeit von Schauplätzen und Kulturgütern – u. a. berühmte Gemälde – mit seinem eigenen Zeichen-Stil in Einklang zu bringen.
Für »Modotti« wurde er mehrfach ausgezeichnet: Er erhielt den Premio de la Crítica 2005, den brasilianischen Preis für den besten »fremdsprachigen Überraschungserfolg« und wurde für den Preis des Salón de Barcelona für das beste Werk und das beste Skript nominiert. Ángel de la Calle ist Mitherausgeber der Zeitschrift »Dentro de la Viñeta« und langjähriger Leiter der Internationalen Comic-Tage von Avilés. Überdies trägt er die Verantwortung für die Sparte Comic des bekannten Krimifestivals Semana Negra in Gijón, das er seit zwanzig Jahren organisiert. Zurzeit arbeitet er an dem Comic »Flores del Mal« (ca. 2013; Ü: Blumen des Bösen). Diese Arbeit wird ebenso wie »Modotti« ein historischer Abriss – über revolutionäre lateinamerikanische Maler im europäischen Exil in den 1960er und 1970er Jahren. Der Autor lebt in Gijón.

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