10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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András Petöcz  [ Ungarn ]

Biographie

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© Maria Zsamboki

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Európa metaforája
Interart Studió
Budapest, 1991

Egykor volt házibarátaink
Magyar Könyvklub
Budapest, 2002

A Születésnap
Új Palatinus
Budapest, 2006

Fremde
Dreißig Minuten vor dem Krieg
Schäfer
Herne, 2010
[Ü: Miklós Pataky]

Másnap
Noran Könyvek
Budapest, 2011

András Petőcz wurde in Budapest 1959 geboren. Nach dem Abschluss des Studiums an der Budapester Universität arbeitete er als Redakteur des Journals »Jelenlét« (Ü: Präsenz). 1983 gründete er in der »zweiten Öffentlichkeit« einen Verein zur Förderung der Avantgarde in Kunst und Literatur unter der Bezeichnung »Medien-Art« im engen Kontakt mit der demokratischen Opposition. In den 1980er Jahren schloss er sich dem Pariser Kreis der Kunstavantgarde an, beteiligte sich an internationalen Lyrikertreffen, u. a. in Tarascon, und beschäftigte sich mit visueller und akustischer Dichtung. 1989 bis 1991 drehte er Videofilme im Budapester Studio Béla Balázs.
Seine Lyrik hatte in dieser Zeit enge Verbindungen zu der modernen ungarischen Klassik (Mihály Babits, Dezső Kosztolányi), aber auch zum damaligen Neubeginn der Kunst (Dezső Tandori, Miklós Erdély). 1990 erschien sein Gedicht »Európa metaforája (Ü: Die Metapher Europas), das als Symbol der Wende und schönstes Gedicht des Jahres mit dem Robert-Graves-Peis ausgezeichnet wurde. Damals erschienen seine Gedichte sowohl in Einzelnbänden als auch in ungefähr 25 Anthologien. Gleichzeitig setzte er seine rege literaturwissenschaftliche Tätigkeit fort, u. a. im Rahmen des Lehrprojekts »Westen« der Budapester Universität, wo er 2009 mit seiner Dissertation über den Dichter Károly Tamkó Sirató und dessen »Dimensionistisches Manifest« (Paris, 1936) den Doktor mit summa cum laude erwarb. 1998 verbrachte er drei Jahre an einem internationalen Literaturseminar in Iowa, USA, und wandte sich zunehmend dem prosaischen Schaffen zu. Als erstes Ergebnis dieser Wende erschienen seine Novellen »Egykor volt házibarátaink« (Ü: Unsere ehemaligen Hausfreunde). Ein jahrelanger Aufenthalt in Frankreich inspirierte ihn zu seinem ersten Roman »A születésnap« (2006; Ü: Der Geburtstag). Sein zweiter Roman »Idegenek« (2008; dt. »Fremde«, 2010), Vision einer zugrunde gegangenen und terrorisierten Welt, war eine Verarbeitung des Massenmords von Beslan (2004), einer der tragischsten Episoden des Kriegs in Tschetschenien mit Hunderten von Opfern im Kindesalter. Der Roman wurde mit dem Sándor-Márai-Preis ausgezeichnet. Sein dritter Roman »Másnap« (Ü: Anderntags) erschien im Frühjahr 2011.
András Petőcz erhielt das Stipendium Zsigmond Móricz und das der Soros-Stiftung und wurde u. a. mit dem Attila-József-Preis, dem Salvatore-Quasimodo-Sonderpreis (Balatonfüred), dem Aschberg Schöpfer-Preis der UNESCO und dem Ritterkreuz des Ordens der Republik Ungarn ausgezeichnet. Er lebt in Budapest.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.petoczandras.eu]

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