10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alexandru Ciubotariu  [ Rumänien ]

Biographie

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Străinii
Europolis
Constanta, 1995

Die Geschichte von Ich
Hardcomics
Bukarest, 2005

Stickers.
From the First International Sticker Awards
Die Gestalten Verlag
Berlin, 2006

Pisica pătrată
Vellant
Bukarest, 2010

Istoria benzii desenate româneşti
[Mit Dodo Niţă]
Vellant
Bukarest, 2010

Alexandru Ciubotariu wurde 1979 in Călăraşi, Rumänien, geboren und wuchs in Constanta auf. Er absolvierte ein Studium an der Akademie der Künste »George Enescu« in Jassy/Iaşi, das er 2004 mit einer Arbeit über die Geschichte der Weltcomics abschloss. Ciubotariu veröffentlichte zahlreiche Zeichnungen, Karikaturen und Comics in über siebzig europäischen Zeitungen und Zeitschriften, u. a. im »Business Magazine«. Er hat außerdem mehrere Briefmarkenserien für den Katalog »Romfilatelia« sowie verschiedene Buchillustrationen gezeichnet.
Alexandru Ciubotariu gehört zu den bekanntesten Comic-Zeichnern in Rumänien und veröffentlichte bislang zwölf Comic-Alben, das erste erschien 1995 unter dem Titel »Strainii/The Strangers« und wurde sogleich als Best Album of the year der International Comics Convention, einer der weltweit größten Comic-Messen, nominiert. Erhalten hat er diesen Preis schließlich für sein drittes Album im Jahr 2000.
Ciubotariu nahm an Bandes-Déssinées-Salons in Lille (2007), Brüssel (2008), Prag (2008), Budapest (2009) und Posen (2010) teil, seinen ersten Comic-Preis erhielt er bereits 1994 in einem Comic-Salon in Constanta. Es folgten mehr als zwanzig weitere Preise, darunter fünf der International Comics Convention. Seine Werke wurden europaweit in über fünfzig Grafik-Ausstellungen gezeigt, u. a. in Frankreich, Deutschland, Italien und Griechenland.
Besser bekannt ist er unter dem Künstlernamen »Ciubi« oder »Herr Quadratische Katze«, der von seiner berühmtesten Comicfigur aus dem Album »Pisica pătrată« stammt. Diese Katze ist zurzeit auf zahlreichen Häuserwänden in Bukarest zu sehen. Ziel der künstlerischen Intervention war es, den öffentlichen Stadtraum zu verändern und tristen Gegenden neues Leben einzuhauchen. Über seine Tätigkeit als Straßenkünstler sagte Ciubotariu in einem Interview von Annett Müller auf www.punkto.ro: »Street-Art ist eine Kunst, die äußerst sichtbar ist, ohne dass man auf eine Galerie warten muss, die nach deinen Bildern fragt. Man stellt sie einfach selbst in der Stadt aus. [...] Ich habe meine Kunst oft auf Aufkleber produziert, die man selbst an Häuserwänden wieder abziehen könnte. Ein Argument, dass jedes Mal überzeugt hat, wenn ich von der Polizei erwischt wurde. Ich bin auch überzeugt, dass meine Kunst keine Zerstörung ist, ich nutze die verlassenen Häuser nur für ein paar Stunden als mein improvisiertes Atelier. Die Orte, die ich wähle, sind verlassen, grau, trist. Doch durch einen minimalen Aufwand kann man sie in einen urbanen Anhaltspunkt verwandeln. In einen Ort, über den Leute plötzlich sprechen, an den sie sich erinnern, sie freuen sich, dass sie etwas an diesem Ort sehen. Eine graue Ecke, eine graue Unterführung, die leblos ist, kann so völlig verändert werden. Oder die verlassenen Häuser bekommen durch die Kunstwerke wieder eine Funktionalität zurück und damit ein zweites Leben, praktisch eine zweite Chance.« Als passionierter Street-Art-Künstler hat Alexandru Ciubotariu auch am ersten Street-Art-Album aus Rumänien mitgewirkt.
Er ist Gründer des Comic-Museums in Bukarest, ist selbst als Kurator tätig und veröffentlichte 2010 zusammen mit Dodo Niţă unter dem Titel »Istoria benzii desenate româneşti« ein Buch über die Geschichte der rumänischen Comics. Alexandru Ciubotariu lebt und arbeitet als freier Graphiker in Bukarest.

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