10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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A.S. Byatt  [ Großbritannien ]

Biographie

A.S. Byatt
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2011.

Bibliographie

Besessen
Suhrkamp
Frankfurt a. M., 1994
[Ü: Melanie Walz]

Geisterbeschwörung
Insel
Frankfurt a. M./Leipzig, 1995
[Ü: Melanie Walz]

Die Jungfrau im Garten
Insel
Frankfurt a. M./Leipzig, 1998

[Ü: Christa E. Seibicke]

Das Buch der Kinder
S. Fischer
Frankfurt a. M., 2011
[Ü: Melanie Walz]

A.S. Byatt wurde 1936 im englischen South Yorkshire geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in Pontefract, besuchte ein Quäker-Internat, wo sie auch ihre ersten Schreibversuche unternahm, studierte in Cambridge und begann eine Promotion über die englische Literatur des 17. Jahrhunderts an der Oxford University. Byatt lehrte an verschiedenen Universitäten und Schulen in London, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Sie ist die Schwester der Schriftstellerin und Literaturkritikerin Margaret Drabble.
1964 erschien ihr erster Roman »The Shadow of the Sun« (dt. »Geisterbeschwörung«, 1995): Im Haus eines pensionierten Kapitäns halten 1875 sechs Personen mit übersinnlichen Fähigkeiten eine spiritistische Sitzung ab. Eine der Anwesenden nimmt Verbindung mit dem Geist ihrer verstorbenen Jugendliebe auf, der ihr eine Vereinigung im Jenseits in Aussicht stellt. 1978 erschien der erste Teil einer Tetralogie »The Virgin in the Garden« (dt. »Die Jungfrau im Garten«, 1998), dem »Still Life« (1985; dt. »Stilleben«, 2000), »Babel Tower« (1996; dt. »Der Turm zu Babel«, 2004) sowie »A Whistling Woman« (2002; dt. »Frauen, die pfeifen«, 2006) folgten. Sie zeichnet das Leben dreier Kinder eines Schuldirektors über mehrere Jahrzehnte nach, insbesondere das der zweitältesten Tochter Frederica Potter, die vieles mit der Autorin gemeinsam hat. In ihrem preisgekrönten Bestseller »Possession« (1990; dt. »Besessen«, 1994), der 2002 von Neil LaBute verfilmt wurde, erzählt Byatt intelligent-unterhaltsam vom Zufallsfund eines Literaturwissenschaftlers – dem Entwurf eines Briefes eines viktorianischen Dichters an eine Dame, die als alte Jungfer gestorben sein soll. Der Briefwechsel dieses unentdeckten Liebespaars löst eine Lawine aus, in einer Nacht am Grab des Dichters kommt es schließlich zu einer dramatischen Auseinandersetzung zwischen allen Beteiligten, zu denen der Doktorvater, eine militante Feministin und die Nachfahren des Dichters gehören, die seinen Ruf als treuer Familienvater gefährdet sehen. Byatt wechselt in ihrem Roman virtuos zwischen verschiedenen Sprachregistern – englische Schauerromantik, Detektivgeschichte, Märchen, Epos, Brief im 19. Jahrhundert, Wissenschaftsjargon der heutigen Zeit – und verbindet kunstvoll die verschiedenen Erzählstränge. Ihre Themen kreisen um das alltägliche bürgerliche Leben, die handelnden Personen entstammen allen sozialen Schichten, wodurch sich ein realitätsnahes Abbild der modernen westlichen Gesellschaft ergibt.
Für ihre Romane erhielt A. S. Byatt zahlreiche Preise, darunter den Booker Prize und den Irish-Times-Prize, den Mythopoeic Fantasy Award und den Shakespeare-Preis. 1990 verlieh ihr Queen Elizabeth II. den Titel »Commander of the Order of the British Empire«, 1999 wurde sie zur »Dame Commander« ernannt. Sie lebt in London.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.asbyatt.com]

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