10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Tishani Doshi  [ Indien ]

Biographie

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© Ulrich Schreiber

Gast des ilb 2007, 2010.

Bibliographie

Turning to leave

Johns Hopkins University

Baltimore, 1999

Countries of the Body

Aark Arts

London, 2006

Tranquebar

Neu-Delhi, 2010

Die Glückssucher

Berlin Verlag

Berlin, 2010

[Ü: Werner Löcher-Lawrence]

Tishani Doshi wurde 1975 in Madras, Indien, geboren. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie Kommunikations- und Verwaltungswissenschaft in North Carolina und Kreatives Schreiben in Baltimore. In ihre Heimatstadt zurückgekehrt, arbeitete sie als Journalistin und veröffentlichte Artikel und Interviews in verschiedenen britischen und indischen Zeitungen. Daneben begann Doshi eine Ausbildung zur Tänzerin. Sie ist Mitglied eines Ensembles, das unter der Leitung der legendären Choreografin Chandralekha neue Formen des Tanzes entwickelt und über die Landesgrenzen hinaus auftritt.

Ihre ersten Gedichte veröffentlichte Doshi in Anthologien und Magazinen wie »The Times Literary Supplement«, »The Southern Poetry Review«, »Wasafiri« und »Reactions«. 2001 wurde sie mit dem britischen Eric Gregory Award ausgezeichnet. 2005 gewann ihr Gedicht »The Day We Went to the Sea« (Ü: Der Tag, an dem wir ans Meer gingen) die All-India Poetry Competition. Ihr Debüt »Countries of the Body« (2006; Ü: Länder des Körpers) wurde mit dem britischen Forward Poetry Prize für die beste Erstveröffentlichung ausgezeichnet. Den Gedichten des Bandes – ihrer Tanzlehrerin gewidmet – ist die intensive Beschäftigung mit dem Körper eingezeichnet. »Der Tanz hat mein Schreiben auf grundlegende Weise beeinflusst, denn Tanzen verlangte von mir mehr Disziplin, als ich sie mir als Schriftstellerin jemals selbst abgefordert hätte.« Körperlichkeit findet sich häufig in den Texten, insbesondere die Extremsituationen von Geburt, sexueller Vereinigung, Tod und der Ausübung von Gewalt. Auch die soziale Bedeutung des Körpers wird reflektiert, wenn immer wieder die Geschlechter und ihre Rollen thematisiert, soziale Interaktion im Liebesverhältnis und in der Familie angesprochen werden. Ihre poetischen Texte sind bilderreich und meditativ, der ausgewogene Rhythmus transportiert einen melancholischen Ton: »Gedichte kommen für mich aus einem Ort der Melancholie. Sie kommen vom Schmerz, von etwas Negativem.«

2010 erschien ihr Debütroman »The Pleasure Seekers« (dt. Die Glückssucher, 2010), an dem sie sechs Jahre gearbeitet hat und dabei offenbar u. a. von Salman Rushdie und Rohinton Mistry beeinflusst wurde. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Paar völlig unterschiedlicher Herkunft, was einen Bezug zur walisischen Mutter und dem indischen Vater der Autorin haben mag. Die aufsehenerregende Hochzeit des Paares im Indien der 1960er Jahre wird zum Stoff für eine Familiensaga über drei Generationen, zu einer Geschichte vom Zusammenwachsen und Zusammengehören, vom Einander-Fremdwerden und Sich-Wiederfinden, geschrieben mit Leichtigkeit und Charme und einer sinnlichen und lebhaften Sprache. Tishani Doshi lebt im indischen Chennai (Madras).

[http://www.tishanidoshi.com]

Berlin View

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