10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Takis Theodoropoulos  [ Griechenland ]

Biographie

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© Natalia Tsoukalas

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

To mythistorima tou Xenofonta

Oceanida

Athen, 2004

Nous sommes tous gréco-latins

Flammarion

Paris, 2005

To Aristero cheri tis Afroditis

Oceanida

Athen, 2007

Die Eroberung des Euxeinos Pontos

In: Odessa Transfer. Nachrichten vom Schwarzen Meer

[Hrsg. Katharina Raabe und Monika Sznajderman]

Suhrkamp

Frankfurt/Main, 2009

[Ü: Michaela Prinzinger]

To xipolyto synnefo

Oceanida

Athen, 2010

Takis Theodoropoulos wurde 1954 in Athen geboren. Er arbeitete zunächst als Journalist und war erster Redaktionsleiter des Kulturmagazins »TO TETARTO«, herausgegeben von Manos Chatzidakis. Er arbeitet für die Tageszeitung »TA NEA«, für deren Kulturteil er schreibt sowie Buchrezensionen vorlegt. Seit 1998 ist er Verlagsdirektor des Oceanida-Verlags. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, von denen viele ins Französische und andere Sprachen übersetzt wurden.

In seinen bisher 17 Büchern greift er häufig auf die griechische Antike und insbesondere auf das Leben im klassischen Athen zurück, nutzt diesen Hintergrund aber zur Durchleuchtung der Charaktere und der Zusammenhänge aus moderner Sicht. Dabei schreckt er vor Anachronismen nicht zurück, wenn er z. B. einen in Xenophons »Anabasis« überlieferten Traum als »zweideutig wie alle Träume bereits vor Erfindung des Unterbewusstseins durch die Psychoanalyse« beschreibt oder umgekehrt Aspasia bei Perikles’ Tod den Anblick der Akropolis im heutigen Zustand halluzinieren lässt. Seine Werke sind von einer tiefen Kenntnis der altgriechischen Literatur, Philosophie und Kulturgeschichte geprägt, die den Bogen zum heutigen Griechenland schlägt. Wandert man mit seinem Sokrates (»Die barfüßige Wolke«) durch Athen, so gelangt man an Orte, die, in Theodoropoulos’ Worten, »wie vernarbte Wunden der Vergangenheit in die Gegenwart hineinragen«. Besonders prägnant sind die Charakterisierungen der »griechischen Wesensart« damals wie heute, die häufig in kleinen Nebenbemerkungen fallen. In den Büchern, die nicht in der klassischen Antike angelegt sind, geht es um das Hadern des griechischen Künstlers mit sich, seiner Umwelt und seinem Werk, sei er Maler oder Theaterregisseur. In einer Prosa, deren reiches Vokabular tief aus dem Fundus der griechischen Sprache schöpft und zuweilen in einer bewussten Durchbrechung der Sprachebenen umgangssprachliche Akzente setzt, erscheinen motivische Wiederholungen, die sich durch das gesamte Œuvre ziehen. Alle Werke, auch die stärker kulturgeschichtlich geprägten, wie z. B. die Monografie zur Auffindung und dem weiteren Weg der Venus von Milo bis in den Pariser Louvre, sind gründlich recherchiert und mit einer teilweise kavafisch anmutenden Ironie durchwirkt.

Sein Roman »I dynami tou skoteinou theou« (1999; Ü: Die Macht des dunklen Gottes) wurde 1999 mit dem Preis der Ouranis-Stiftung der Athener Akademie ausgezeichnet. 2004 wurde dem Autor für sein auf Französisch erschienenes Gesamtwerk die Médaille de Vermeil du Rayonnement de la Langue et de la Littérature Françaises der Académie Française verliehen. Der Autor lebt in Athen.

[http://www.oceanida.gr]

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