10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2010 / Sabrina Janesch

Sabrina Janesch  [ Deutschland ]

Biographie

ldw.Janesch.portrait.JPG
© Milena Schlösser

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Faule Erde

In: Landpartie 06

[Hrsg. Zentrum für Kreatives Schreiben]

Glück & Schiller Verlag

Hildesheim, 2006

Schwere Zunge

In: Landpartie 07

[Hrsg. Lisa-Maria Seydlitz und Lena Töpler]

Glück & Schiller Verlag

Hildesheim, 2007

Schwarze Kreuze

In: Zornesrot. Texte junger Autoren

[Hrsg. Michael Hametner]

Mitteldeutscher Verlag

Halle, 2007

Saragossa

In: Eisfischen

Das Beste aus dem MDR-Literaturwettbewerb

Mitteldeutscher Verlag

Halle, 2007

Katzenberge

Aufbau

Berlin, 2010

Sabrina Janesch wurde 1985 in Gifhorn in einer deutsch-polnischen Familie geboren. Von 2004 bis 2009 studierte sie kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität von Hildesheim und zwei Semester Polonistik an der Jagiellonen-Universität in Krakau. Seit ihrem Diplom 2009 arbeitet Sabrina Janesch als freie Schriftstellerin und Publizistin. Die deutsch-polnische Abstammung der Autorin beeinflusste nicht nur ihren Studienverlauf, sondern auch ihren literarischen Werdegang. Nachdem sie durch ihren Sieg beim O-Ton-Literaturwettbewerb des NDR 2005 auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde Janesch 2009 durch ein Stipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa erste Stadtschreiberin in Danzig.

Ihr Debütroman »Katzenberge«, der 2010 im Berliner Aufbau Verlag erscheint, handelt von einer jungen Frau, die aus Anlass des Todes ihres Großvaters eine Reise nach Niederschlesien unternimmt, um die deutsch-polnischen Ursprünge ihrer Familie zu ergründen. Damit nimmt sich Sabrina Janesch eines heiklen Themas der neueren Geschichte – der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg – an. Präzise und suggestiv erzählt sie in schlichten Sätzen, die den Zauber alter Schwarz-Weiß-Fotografien zu reproduzieren scheinen, vom Leben eines Bauern aus Galizien, der am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Übergabe ehemals polnischer Gebiete an die Ukraine nach Niederschlesien umgesiedelt wird, um hier die Höfe getöteter oder vertriebener deutscher Siedler übernehmen. Dabei entdeckt er auf dem Dachboden eines verlassenen Bauernhofs den deutschen Eigentümer, der sich erhängt hat. Nachts meint er daraufhin Stimmen und Schritte zu hören und beschließt, die Leiche wegzuschaffen. Janesch beschwört in ihrem Roman, der zwischen Vergangenheit und Gegenwart pendelt, die Geister der Geschichte, in deren Bann die Enkelin des Bauern gerät. Mit »Katzenberge« wurde Janesch 2010 für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Auch in ihrem nächsten Roman wird sich die Autorin mit dem Thema Herkunft und der deutsch-polnischen Vergangenheit befassen.

Sabrina Janesch erhielt ein Arbeitsstipendium vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur und war 2010 Stipendiatin des Stuttgarter Schriftstellerhauses und des Literarischen Colloquiums Berlin. Sie lebt in Münster.

[http://www.sabrinajanesch.de]

abgelegt unter: