10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Rana Dasgupta  [ Großbritannien, Indien ]

Biographie

Portrait Rana Dasgupta
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Die geschenkte Nacht
Karl Blessing
München, 2006
[Ü: Barbara Heller]

Solo
Karl Blessing
München, 2010
[Ü: Barbara Heller]

Rana Dasgupta wurde 1971 als Sohn einer Engländerin und eines Inders in Canterbury, Großbritannien, geboren. Er studierte französische Literatur und Medienwissenschaften in England und den USA und arbeitete danach einige Jahre als PR-Manager. In seinen Texten steht die Problematik von Heimat und Heimatlosigkeit, von Verwurzelung und Bewegung in einer globalisierten Welt im Vordergrund: »Wenn es überhaupt so etwas wie eine Romantik gibt, die auch in meinen Werken thematisiert wird, dann die Romantik von Bewegung.« Sein Debütroman »Tokyo Cancelled« (2005; dt. »Die geschenkte Nacht«, 2006), der als moderne Version der »Canterbury Tales« bezeichnet wurde, dreht sich um die Erfahrung von Naturgewalten und Globalisierung. 13 Passagiere stecken wegen einer Flugverzögerung über Nacht im Transitraum fest und verbringen die Zeit damit, sich Geschichten aus ihrer Heimat zu erzählen. Diese Geschichten ähneln modernen Märchen, sind teilweise mythisch und surreal und spiegeln die Lebensform von Millionären, Filmstars, Gastarbeitern und illegalen Einwanderern im 21. Jahrhundert. »Die geschenkte Nacht« wurde für den wichtigsten indischen Literaturpreis, den Hutch Crosswork Book Award, sowie für den John Llewellyn Rhys Prize 2005 nominiert.

Dasguptas zweiter Roman »Solo« (2009; dt. 2010) ist eine epische Erzählung über das 20. und 21. Jahrhundert aus der Perspektive eines hundertjährigen Bulgaren, der eine Antwort sucht auf die Frage, ob jeder Mensch ein verborgenes Wissen in sich trägt, das der Welt von Nutzen sein könnte. Während Ulrich, der das Jahrhundert der ideologischen Experimente erlebt hat, als erblindeter alter Mann in einer Sofioter Plattenbauwohnung sitzt, überwindet er in einem Tagtraum die politischen und privaten Zwänge, die sein Leben bestimmt haben, und erfindet sich ein anderes, schnelles und buntes Leben, in dem ihm alle Wege offenstehen und er seine Kreativität und seine Talente entfalten kann. Die beiden Lebensgeschichten des Mannes sind rauschhaft erzählt, es wimmelt von lebendigen Figuren und ungewöhnlichen Geschichten, von Mythen und historischen Reminiszenzen. »The Guardian« schrieb dazu: »›Solo‹ ist ein absolut unvergesslicher Roman, eine vielstimmige Sinfonie über die menschliche Natur.«

Rana Dasgupta erhielt für »Solo« den Commonwealth Writers’ Prize 2010. Er lebte in Frankreich und Malaysia und arbeitet heute als freier Autor in Neu-Delhi.

[http://www.ranadasgupta.com]

Rana Dasgupta
© Ali Ghandtschi

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