10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ramón Trigo  [ Spanien ]

Biographie

Portrait Ramón Trigo
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

O pirata pata de lata

[Text: Oli]

Kalandraka

Sevilla, 1998

Santos e defuntos

[Text: Gonzalo Navaza]

Xerais

Vigo, 2001

Casa vacía

Anaya

Madrid, 2005

Las bombillas que se encienden y se apagan

Kalandraka

Pontevedra, 2005

O pintor do sombreiro de malvas

[Text: Marcos Calveiro]

Xerais

Vigo, 2010

Ramón Trigo wurde 1965 im galizischen Vigo geboren. Schon in der Schule begeisterte er sich für das Zeichnen und verzierte leidenschaftlich gern seine Lehrbücher. Mit 18 Jahren veröffentlichte der Autodidakt seine ersten Bilder in Zeitungen, kurze Zeit später debütierte er mit Illustrationen von Kinderbüchern. Seitdem arbeitet Ramón Trigo als Illustrator, Cartoonist und Bilderbuchautor, ist jedoch auch Maler und Bildhauer. Seine Werke, die u.~a. in Spanien und Belgien ausgestellt wurden, sind von einer expressionistisch inspirierten Ausdruckskraft gekennzeichnet, die auch seine atmosphärisch dichten Illustrationen prägt.

Einer seiner ersten Erfolge als Illustrator ist das Kinderbuch »O pirata pata de lata« (1998; Ü: Der Pirat Blechbein), das sich auf humorvolle Weise mit der populären Figur des Piraten auseinandersetzt. Pirat Blechbein ist nach einer Erholungspause wieder bereit, die Weltmeere unsicher zu machen. Doch ist das Piratenleben inzwischen ungleich komplizierter geworden: Kein einziger Gegenspieler findet sich mehr, so dass nur noch die Flucht in eine Traumwelt bleibt, deren geheimnisvolle Atmosphäre durch Collage- und Aquarellelemente gekonnt evoziert wird. Das Bilderbuch »Casa vacía« (2005; Ü: Das leere Haus), eine Reflexion über den Anschein der Dinge, zieht den Betrachter durch die Intensität der Farben und die Dynamik der Formen in seinen Bann. Ein Junge betritt ein leeres Haus, um einem kräftigen Regenguss zu entgehen. Umgehend bemerkt er jedoch, dass es in Wirklichkeit erfüllt ist von den unterschiedlichsten Dingen: der Dunkelheit, einer Pfütze, seinem eigenen Schatten. Das Empfinden des Jungen findet dabei in den ausdrucksstarken und meisterhaft auf das Wesentliche reduzierten Illustrationen seine Entsprechung. In dem Bilderbuch »Las bombillas que se encienden y se apagan« (2005; Ü: Glühbirnen) beleuchtet Ramón Trigo als Autor und Illustrator die Komplexität des kreativen Schaffensprozesses. Lusco, der neben Farbtöpfen und einem Pinsel auch eine Glühbirne auf dem Kopf sein Eigen nennt, weiß nichts mit alledem anzufangen – bis eines Tages die Glühbirne angeht und seine Kreativität freigesetzt wird. Neben dem kunstvollen Einsatz unterschiedlicher Maltechniken und Texturen besticht das Buch durch die so schlichte wie eindringliche Darstellung allen kreativen Arbeitens, bei dem man bis zum Erreichen des gewünschten Ergebnisses einer Reihe von Fehlschlägen unterworfen ist: »Eine große Anzahl an Skizzen ist ein wichtiges Instrument für das kreative Schaffen, denn die Illustrationen entstehen nicht durch Zauberhand«, betont Ramón Trigo.

Der Autor wurde u. a. mit dem Premio internacional de álbum infantil ilustrado Ciudad de Alicante und dem Premio de álbum ilustrado Cabildo de Gran Canaria ausgezeichnet. Er lebt in Vigo.

Ramón Trigo
© Ali Ghandtschi

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