10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Philipp Meyer  [ USA ]

Biographie

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© A.Seifert

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Rost

Klett-Cotta

Stuttgart, 2010

[Ü: Frank Heibert]

Philipp Meyer wurde 1974 in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland geboren und wuchs dort in einem Arbeiterviertel auf. Nach der Highschool jobbte er mehrere Jahre als Fahrradmechaniker und als Nachtwache auf einer Trauma-Station, bevor er mit zwanzig beschloss, Schriftsteller zu werden. Nach Abschluss eines Englischstudiums an der Cornell University ging er jedoch zunächst an die Wallstreet und wurde Börsenhändler bei einer Schweizer Investmentbank. Parallel verfasste Meyer mehrere Kurzgeschichten, die später in verschiedenen englischsprachigen Anthologien und Zeitschriften wie »McSweeney’s Quarterly« veröffentlicht wurden.

Nachdem er der Finanzwelt den Rücken gekehrt hatte, bot sich ihm 2005 die Möglichkeit, für drei Jahre als Stipendiat an das Michener Center for Writers in Austin, Texas, zu gehen und sich vollends seinen literarischen Ambitionen zu widmen. Dort schrieb der Autor den größten Teil seines ersten veröffentlichten Romans »American Rust« (2009; dt. »Rost«, 2010), der ihn auf einen Schlag bekannt machte. In den USA avancierte das Buch sofort zu einem Bestseller, mittlerweile liegen Übersetzungen in zahlreiche andere Sprachen vor. »American Rust« zeichnet das düstere Porträt einer ehemaligen Industriestadt in Pennsylvania, deren einst blühende Stahlproduktion zusammengebrochen ist und in der seither nicht nur die Fassaden der Gebäude vor sich hin bröckeln, sondern auch die Hoffnungen und Träume ihrer Bewohner. Der junge Isaac will deshalb fort aus seiner Stadt, doch der Tag seines Aufbruchs wird zum Desaster: Er tötet ungewollt einen Menschen, aber für diese Tat wird nicht er, sondern sein Freund Billy verhaftet. Aus insgesamt sechs unterschiedlichen Erzählperspektiven wirft Meyer einen gleichermaßen psychologisch fundierten wie sozialkritischen Blick auf die dunklen Seiten seiner Heimat. Nicht ohne Grund wurde »American Rust« daher von der internationalen Kritik in die Nähe der Werke von John Steinbeck, Ernest Hemingway, J. D. Salinger und Cormac McCarthy gerückt.

Meyers Romandebüt gewann 2009 den »Los Angeles Times«-Buchpreis und wurde von verschiedenen Magazinen zum besten Buch des Jahres gekürt. »The New Yorker« nahm ihn in seine Liste der »20 besten Autoren unter 40« auf. Neben diversen Stipendien erhielt der Autor 2010 eine Mitgliedschaft in der Guggenheim Memorial Foundation. Philipp Meyer lebt in Austin, Texas.

[http://www.philippmeyer.net]

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