10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Nikola Madzirov  [ Mazedonien ]

Biographie

Portrait Madzirov
© Thomas Kierok

Gast des ilb 2010, 2016.

Bibliographie

Versetzter Stein

Carl Hanser

München, 2011

[Ü: Alexander Sitzmann]

Remnants of Another Age

BOA Editions

Rochester, 2011

Bloodaxe Books

Hexham, 2013

[Ü: Peggy Reid u.~a.]

Lo Que Dijimos Nos Persigue

Pre-Textos

Valencia, 2013

[Ü: Yolanda Castaño/Marija Petrovska]

Rester Från Ett Annat Sekel

Rámus

Malmö, 2013

[Ü: Miodrag Stankovski]

What We Have Said Haunts Us

[International Poets in Hong Kong]

The Chinese University Press

Hongkong, 2016

Nikola Madzirov wurde 1973 in Strumica, Mazedonien, geboren. Seine Familie war während des Balkankriegs geflohen.

Nach Abschluss seines Studiums in Skopje gelang ihm 1999 mit seinem allerersten Gedichtband »Zaklučeni vo gradot« (Ü: Eingeschlossen in der Stadt) ein fulminanter literarischer Auftritt, der ihm den Preis Studentski zbor für das beste Debüt einbrachte. Im selben Jahr wurde auch sein zweites Buch mit dem Titel »Nekade nikade« (Ü: Irgendwo nirgendwo) veröffentlicht, wiederum eine Lyriksammlung und ausgezeichnet mit dem Aco-Karamanov-Preis. 2004 folgte dann die Anthologie »Vo gradot, nekade« (Ü: In der Stadt, irgendwo), und drei Jahre später erschien ein dritter Gedichtband, »Premesten kamen« (dt. »Versetzter Stein«, 2011), für den Madzirov den renommierten Gebrüder-Miladinov-Preis und den Hubert-Burda-Literaturpreis erhielt. War der Dichter zuvor schon als Leuchtturm der zeitgenössischen mazedonischen Literatur wahrgenommen worden, bezeichneten ihn Kritiker nun sogar als eine der kraftvollsten Stimmen Europas. Madzirovs Lyrik besticht dabei durch ihre Leichtigkeit. Sie spielt mit alltäglichen Objekten und dekonstruiert deren gängige Bedeutungen und die damit verbundenen Assoziationen, um so unsere gewöhnlichen Denkschemata infrage zu stellen und neue Sinnwelten zu erschließen. »In seinen Versen entfaltet sich eine melancholische Topografie temporärer, instabiler Identitäten, deren Erinnerungen, Orte und Nicht-Orte sich nie zu einer einzigen Geschichte fügen«, so die deutsche Autorin Uljana Wolf über Madzirov. »…~und doch findet sich auch bei Nikola Madzirov ein Bekenntnis zu Kontinuität~– es ist dies die Kontinuität der wandernden Namen, der Beweglichkeit von Sprache und Geschichte, das Bewusstsein, dass die Geschichte vielen gehört und die Sprache auch dem ›anderen‹.« Seine Werke sind in vierzig Sprachen übersetzt worden. Auf Deutsch erschien seine Lyrik u.~a. in den Literaturzeitschriften »Akzente«, »Wespennest«, »Manuskripte« und »Lichtungen«. Zuletzt erschien 2016 »What We Have Said Haunts Us« (Ü: Was wir gesagt haben, sucht uns heim) als eine von 22~Veröffentlichungen der Internationalen Poesienächte in Hongkong 2015.

Auf seinen Gedichten basierend, wurden zwei Kurzfilme in Zagreb und Sofia gedreht. 2008 legte der amerikanische Jazzkomponist Oliver Lake, der auch mit Björk und Lou Reed zusammenarbeitete, einer seiner Kompositionen Gedichte von Madzirov zugrunde. Madzirov arbeitete für das mazedonische Internet-Magazin »Blesok«, ist Koordinator des internationalen Netzwerks Lyrikline und ist auch als Essayist und Übersetzer tätig. Aufenthaltsstipendien führten ihn u.~a. nach Wien (2005), Graz (2007), Iowa City (2008), München (2009), Brüssel (2014) und Paris (2016). Zurzeit ist er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

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