10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Michael Stavarič  [ Tschechische Republik, Österreich ]

Biographie

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Europa. Eine Litanei
Kookbooks
Idstein, 2005, 2010

Stillborn
Residenz
St. Pölten / Salzburg, 2006

Terminifera
Residenz
St. Pölten / Salzburg, 2007

Böse Spiele
C. H. Beck
München, 2009

Déjà-vu mit Pocahontas
Czernin
Wien, 2010

Michael Stavarič wurde 1972 im tschechischen Brno geboren. Er emigrierte mit seinen Eltern 1979 nach Österreich, wo sich die Familie im niederösterreichischen Laa an der Thaya niederließ. Stavarič studierte bis 1998 an der Universität Wien Bohemistik und Publizistik und war danach lange Jahre als Sekretär und Kulturbeauftragter des Botschafters der Tschechischen Republik in Österreich tätig.

Seine erste Buchveröffentlichung war der Gedichtband »Flügellos« (2000). Sein Prosadebüt gab Stavarič 2005 mit der Satire »Europa. Eine Litanei«, einem Panorama der Kuriositäten und Anekdoten eines sich ständig erneuernden Kontinents mit seinen sich auflösenden alten und neu entstehenden Grenzen. 2006 folgte sein erster Roman »stillborn«, in dem er Elemente des klassischen Kriminalromans mit dem Psychogramm einer jungen Frau verbindet, die von dem Gefühl geplagt wird, nie gelebt zu haben (»stillborn« ist das englische Wort für totgeborenes Kind). Auch in seinem zweitem Roman »Terminifera« (2007) zeichnet Stavarič das Porträt eines Großstadtmenschen. Der Text hat eine elliptische Struktur: In loser Abfolge werden Eindrücke, Träume und Gedanken seines Protagonisten aneinandergereiht, der in kurzen Kapiteln von seiner Kindheit in einem Heim, von seiner Arbeit im Krankenhaus und seinen Kollegen erzählt. Die für ihn unerklärliche Welt vermittelt sich ihm im Erleben skurriler Phänomene und Ereignisse, aus deren Bruchstücken er sein Bild von der Realität zusammensetzt. In dem 2009 erschienenen vierten Roman »Böse Spiele« widmet sich Stavarič schließlich dem Thema des ewigen Geschlechterkampfs: Ein Mann liebt eine Frau, die mit einem anderen zusammenlebt und mit ihm ein Kind hat, während eine andere Frau ihn leidenschaftlich und bis zur Selbstaufgabe begehrt. Stavarič führt mit einem Minimum an Handlung und großer Spannung ein zerstörerisches Spiel um Begehren, Sex, Hingabe und Verrat unter den Bedingungen der Aufhebung aller gesellschaftlichen Regeln für die Liebe vor. Der Roman spielt mit Klischees, Gemeinplätzen und Sprachbildern. In traumartigen Kurzsequenzen wechseln sich Alltagssituationen mit Bruchstücken aus der Mythologie und lyrischen Impressionen ab.

Michael Stavarič erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter den Österreichischen Staatspreis für Kinder und Jugendliteratur, den Österreichischen Buch.Preis und den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er auch als Rezensent, Übersetzer, Herausgeber. Stavarič lebt in Wien.

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