10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Marjolijn Hof  [ Niederlande ]

Biographie

kjl.HOF.portrait.JPG
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Koe en Mus 1 Tsjoeken/Ziek
Gottmer
Harlem, 2002

Maks moet
Gottmer
Haarlem, 2004

Tote Maus für Papas Leben
Bloomsbury
Berlin, 2008
[Ü: Meike Blatnik]

Mutter Nummer Null
Bloomsbury
Berlin, 2009
[Ü: Meike Blatnik]

Als niemand kijkt
Querido
Amsterdam, 2009

Marjolijn Hof, geboren 1956 in Amsterdam, entwickelte bereits als Kind eine ausgeprägte Affinität zu den bildenden Künsten, Sprachen im Allgemeinen und zur Literatur. Schon während ihrer Schulzeit verfasste sie Geschichten und offenbarte ihre fantasievolle Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt in Zeichnungen, Theaterstücken, Gedichten sowie Kurzgeschichten. Nach ihrem Studium der Bibliothekswissenschaften, erst in Den Haag und später in Amsterdam, arbeitete sie viele Jahre als Bibliothekarin, bevor sie 1999 als Schriftstellerin mit eigenen Kinderbüchern debütierte und damit einen Lebenstraum realisierte.

In ihrem ersten Buch für Leser ab dem zehnten Lebensjahr »Een kleine kans« (2006; dt. »Tote Maus für Papas Leben«, 2008) beweist Marjolijn Hof in der Darstellung der Argumentationslogik ihrer Protagonistin Kiki ein außergewöhnliches Gespür für kindliche emotionale Grundsituationen. Der Umstand, dass Kikis Vater als Arzt immer wieder in internationale Krisengebiete reist, zwingt seine Tochter, mit diesen Phasen der Ungewissheit und Sorge um sein Schicksal umzugehen. Sie entwickelt dabei ihre ganz eigene Theorie, inwieweit die Verknüpfung von Wahrscheinlichkeiten einzelner, voneinander unabhängiger Ereignisse seine Rückkehr absichern kann. Bei aller Ernsthaftigkeit der Themengestaltung erlaubt Marjolijn Hof sich und den Lesern durchaus einen von Alltagskomik bestimmten Blick auf die Ereignisse. Und so erzählt die Geschichte dementsprechend vielschichtig vom Umgang mit der Angst vor dem Tod und dem Verlust eines geliebten Menschen. »Sie erzählt ihre Geschichte mit bewundernswerter Glaubwürdigkeit aus der Perspektive ihrer kleinen Heldin, und es ist ihr damit ein ungemein dichtes literarisches Kleinod gelungen, das seine Kraft und seinen Charme vor allem aus den unnachahmlichen Dialogen bezieht«, resümiert Elisabeth Menzel in der »Zeit«. Auch in »Moeder nummer nul« (2008; dt. »Mutter Nummer Null«, 2009) offenbart die Autorin die Fähigkeit, realitätsnah und ganz der Perspektive der Kinderfigur verpflichtet, glaubwürdig von der Auseinandersetzung mit Emotionen und Sehnsüchten zu berichten. Das zentrale Thema Adoption wird hierbei gelungen mit der Beschreibung des Kinderalltags zwischen dem Wunsch nach emotionaler Nähe und zugleich der Abgrenzung sowie der Spurensuche nach der eigenen Identität verknüpft.

Für ihre Kinderbücher erhielt Marjolijn Hof zahlreiche Auszeichnungen, u. a. die Kinder- und Jugendliteraturpreise Gouden Griffel, den Gouden-Uil-Preis der jungen Leser sowie 2009 eine Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Marjolijn Hof lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Amsterdam.

[http://www.marjolijnhof.nl]

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