10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Marius Jonutis  [ Litauen ]

Biographie

Portrait Marius Jonutis
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Obuolių pasakos

[Text: Vytautas V. Landsbergis]

Nieko rimto

Vilnius, 2005

mėlyna žalia. žodžių rinkiniai be pavadinimų ir skyrybos ženklų

Tyto alba

Vilnius, 2008

Kirminas paukštis: tavo pirmoji knyga apie skraidymo meną

Tyto alba

Vilnius, 2009

Marius Jonutis, geboren 1965 in Vilnius, gehört zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern Litauens und ist über die Grenzen seines Heimatlandes vor allem für seine farbig bemalten Holzskulpturen sowie Buchillustrationen bekannt. In mehr als fünfzig Einzelausstellungen in Litauen, Deutschland, Dänemark und Frankreich präsentierte er seine Arbeiten einem internationalen Publikum, oftmals in konzeptioneller Verbindung mit den Keramiken seiner Ehefrau Nomeda Marčėnaitė.

Seine Werke sprechen mit der Reduktion der Formen und der Intensität der Farben sowohl ein erwachsenes Publikum als auch den Entdeckergeist sowie die Lust am Imaginieren von Geschichten bei Kindern an. Nachdem er über viele Jahre vor allem als Illustrator in Erscheinung getreten war, publizierte er 2008 die Gedichtsammlung »mélyna žalia. žodžių rinkiniai be pavadinimų ir skyrybos ženklų« (Ü: Blau Grün. Wortsammlung ohne Namen und Satzzeichen) in der Doppelfunktion als Autor und Illustrator. Der alternative Lebenslauf, mit dem er das Buch einleitet, gibt Hinweise auf sein Selbstverständnis als Künstler, der bewusst die Grenzen zwischen den einzelnen bildenden Künsten und der Literatur zu überschreiten sucht. In dem Gedichtband experimentiert Marius Jonutis mit Sprache und deren Bedeutung, dem Thema Liebe und dem Bild-Text-Wechselverhältnis im Medium Buch. Dabei verzichtet er auf die Begrenzung seiner lyrischen Texte durch Titel oder Punktion und lädt ein, weiterführende sinnstiftende Bedeutungszusammenhänge zu entdecken. 2009 veröffentlichte er sein erstes eigenständiges Kinderbuch »Kirminas paukštis: tavo pirmoji knyga apie skraidymo meną« (Ü: Wurm-Vogel. Dein erstes Buch über die Kunst des Fliegens), das mit mehreren Erzählebenen in Text und Bild vom Traum eines Wurmes erzählt, das Fliegen zu erlernen. In Anspielung an Richard Bachs »Die Möwe Jonathan« (1970) erzählt diese Parabel vom Streben nach Neuem und Unbekanntem, wobei das Fliegen nur ein Bild für die Sehnsucht nach Freiheit sowie einer selbst bestimmten Identität ist. »Jonutis’ Werke erinnern an Mythen vom Anfang der Welt. Wie ein Schamane formt er mithilfe von Holz und Farben unermüdlich einen Kosmos, bedient sich dabei des modernen Arsenals an Ausdrucksmöglichkeiten und eines selbstironischen, modernen Tons. So wird die Ode des Lebens in seiner Interpretation niemals vordergründig didaktisch oder kindisch-sentimental«, lautet eine Kurzbeschreibung seines Werkes auf der Internetseite www.culture.lt, die die aktuelle litauische Künstlerszene vorstellt.

Marius Jonutis lebt mit seiner Familie in der Nähe von Vilnius.

Marius Jonutis
© Ali Ghandtschi

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