10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Lidija Dimkovska  [ Mazedonien ]

Biographie

Portrait Lidija Dimkovska
© Ali Ghandtschi

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Izgrizani nokti

Kultura

Skopje, 1998

Meta-spanzurare de meta-tei

Vinea

Bukarest, 2001

Nobel protiv Nobel

Blesok

Skopje, 2001

Skriena kamera

Magor

Skopje, 2004

Do Not Awaken Them With Hammers

Ugly Duckling Press

New York, 2006

pH neutralna za životot i smrtta

Blesok

Skopje, 2009

Lidija Dimkovska wurde 1971 in Skopje in Mazedonien geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie bei ihren Großeltern im Dörfchen Slegovo, kehrte aber später in ihre Geburtsstadt zurück und studierte dort Vergleichende Literaturwissenschaft. Nach ihrem Studium zog die Autorin nach Rumänien, wo sie an der Bukarester Universität Mazedonische Sprache und Literatur lehrte und gleichzeitig in Rumänischer Literatur promovierte. Mittlerweile wohnt Dimkovska, die derzeit als wichtigste Vertreterin der jungen mazedonischen Literatur gilt, in Slowenien, wo sie als Schriftstellerin, Übersetzerin, Essayistin und Dozentin für internationale Literatur tätig ist.

Bereits während ihrer Studienzeit verfasste Dimkovska zahlreiche Gedichte, die durch die Kombination von surrealen Skurrilitäten und einer scharfsinnigen Analyse der modernen osteuropäischen Gesellschaft überraschten. Diese Eigenart brachte ihr 1992 für ihren ersten Gedichtband »Rožbi od istok« (Ü: Die Sprösslinge des Ostens) den mazedonischen Preis für das beste Debüt des Jahres ein. In kurzen Abständen veröffentlichte sie weitere Lyrikbände, deren jüngster 2009 unter dem Titel »pH neutralna za životot i smrtta« (Ü: pH-neutral für das Leben und den Tod) erschien. Neben ihren Gedichten schrieb Dimkovska außerdem den Roman »Skriena kamera« (2004; Ü: Versteckte Kamera), der ebenso wie ihre Lyrik in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er schildert die Geschichte dreier Künstler, die es in die Fremde verschlagen hat, und verarbeitet damit die eigene Erfahrung der Entwurzelung durch häufige Ortswechsel. Auf humoristische Weise werden in dem Roman kulturelle und geschlechtliche Identitäten kritisch durchleuchtet. Als charakteristisches Element des gesamten literarischen Werks Dimkovskas lässt sich besonders die Vermischung von Metaphern aus einander scheinbar völlig wesensfremden Bereichen erkennen. So verbinden sich beispielsweise in fast allen Texten religiöse oder mythologische Symbole mit Bildern aus der modernen Technologie. Auf diese Weise werden gängige Erwartungshaltungen immer wieder spielerisch gebrochen.

Dimkovska erhielt mehrere Preise für ihr Werk. Unter anderem bekam sie 2005 für »Skriena kamera« den Preis für die beste Prosaveröffentlichung des Jahres vom mazedonischen Schriftstellerverband. Für die rumänische Ausgabe von »Meta-spanzurare de meta-tei« (2001; Ü: Meta-Erhängung an einer Meta-Linde) erhielt sie 2002 den Literaturpreis Poesis und 2009 den Hubert-Burda-Preis für junge osteuropäische Lyrik. Außerdem erhielt die Autorin verschiedene Auszeichnungen für ihre literarischen Übersetzungen. Sie lebt in Ljubljana.

Lidija Dimkovska
© Ali Ghandtschi

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