10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Kevin Hart  [ Australien ]

Biographie

ldw.Hart.portrait.JPG
© Dan Addison

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Your Shadow

Angus & Robertson

Melbourne, 1984

New and Selected Poems

Angus & Robertson

Melbourne, 1995

Wicked Heat

Paperbark Press

Sydney, 1999

Flame Tree: Selected Poems

Paper Bark Press

Brooklyn, 2001

Young Rain

Bloodaxe Books

Highgreen, 2009

Kevin Hart wurde 1954 in Ockendon, Essex, Großbritannien, geboren und wuchs in London auf. 1966 zog die Familie nach Brisbane, Australien. Hart studierte Englisch und Philosophie an der Australian National University, nahm ein Autorenstipendium an der Stanford Universität in Kalifornien wahr und reiste einige Monate durch Europa. Er kehrte 1978 nach Australien zurück und veröffentlichte »The Departure«, den ersten von bislang zwölf Lyrikbänden. Nachdem er viele Jahre in Australien unterrichtet hatte, nahm er 2001 den Lehrstuhl für Philosophie und Literatur an der University of Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana an.

In seiner Lyrik bringt Hart Welterfahrung mit tiefer Kontemplation zusammen. Seine Gedichte sprechen eine klare, prägnante Sprache, sind leicht zugänglich und bringen die Welt alltäglicher Erfahrungen den tieferen, spirituellen Ebenen näher. Harts Lyrik versucht den Schmerz und das Leiden menschlicher Erfahrungen zu fassen und beschwört gleichzeitig den Reichtum menschlicher und spiritueller Existenz. Sein Werk lässt sich nicht in räumliche oder zeitliche Grenzen pferchen, es setzt die Traditionen von Yves Bonnefoy, Johannes vom Kreuz und Hölderlin fort. Seine Gedichte sprechen von der Hingabe an die Natur, deren althergebrachte romantische Vergötterung er um den Bereich intensiver subjektiver Erfahrbarkeit erweitert. Seine Aufmerksamkeit gilt der Zeit und den Veränderungen, die sie vorantreiben und zu denen auch der Tod und die menschliche Sterblichkeit, die er mit der Metapher des Schattens darstellt, als Endpunkt von zeitlicher Wahrnehmung gehören. Unter den Werken Harts sind sowohl Prosagedichte in freien Versen als auch klassische, gereimte Formen, die hin und wieder an ein Gebet erinnern. Der angesehene amerikanische Literaturkritiker Harold Bloom hat Hart als »einen der bedeutendsten lebenden Dichter der englischen Sprache« und »Visionär der Sehnsucht und ihrer Grenzen« bezeichnet. Hart wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem NSW Premier’s Literary Award sowie dem Victorian Premier’s Literary Award für Poesie. 1999 erhielt er den Christopher Brennan Award für sein dichterisches Lebenswerk.

Neben seinem lyrischen Schaffen ist Hart auch Literaturkritiker und -theoretiker. In seinem ersten, 1989 erschienenen Sachbuch »The Trespass of the Sign: Deconstruction, Theology and Philosophy« widmet er sich der Frage der Relation von Dekonstruktion und Mystizismus. Er veröffentlichte weitere Studien zur Postmoderne, zur Literatur des 18. Jahrhunderts sowie über Jacques Derrida, Samuel Johnson und Maurice Blanchot. Derzeit ist Hart Professor am Institut für Religionswissenschaften der University of Virginia in Charlottesville, USA, wo er auch lebt.

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