10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Ken Bruen  [ Irland ]

Biographie

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© Andrew Downes

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Abgebrannt

Rowohlt

Reinbek, 1998

[Ü: Brigitte Helbling & Niklaus Helbling]

Flop

Mit Jason Starr

Rotbuch

Berlin, 2008

[Ü: Richard Betzenbichler]

Once Were Cops

St. Martin’s Press

New York, 2008

Jack Taylor fliegt raus

Atrium

Zürich/Hamburg, 2009

[Ü: Harry Rowohlt]

Jack Taylor liegt falsch

Atrium

Zürich/Hamburg, 2010

[Ü: Harry Rowohlt]

Ken Bruen wurde 1951 in Galway an der irischen Westküste geboren. Er ist Lehrer für Englisch als Fremdsprache und promovierte am Trinity College in Dublin über Metaphysik. Über 25 Jahre lang arbeitete er als Englischlehrer in verschiedenen Ländern.

Er schrieb Kurzgeschichten, später auch Romane, von denen inzwischen über zwanzig erschienen sind. Sein Roman »Rilke on Black« (1996; dt. 1998) spielt in der Nachtklub-Szene. Bruens Geschichten sind immer auch Milieustudien, seine Dialoge »barsch und authentisch« (The Times). Mit »The Guards« (2001; dt. »Jack Taylor fliegt raus«, 2009) stellt Bruen seinen Detektiv Jack Taylor vor, der in mehreren seiner Bücher auftaucht. Taylor ist aus der Garda Síochána, der Nationalpolizei der Republik Irland, entlassen worden und verbringt seine Zeit mit Trinken und Lesen. Schließlich bekommt er den Auftrag, das Verschwinden eines Mädchens aufzuklären. Seine lakonische Sprache durchbricht Bruen immer wieder mit lyrischen Einschüben und Zitaten bekannter Dichter, was seinen unverwechselbaren Ton ausmacht. In den Büchern von Ken Bruen klingt eine resignative Weltsicht durch, die der Autor auch direkt benennt: »Ich habe eine Doktorarbeit damit verbracht, einen Zusammenhalt, eine Ordnung zu finden. Es gibt keine. Was mich davon abgehalten hat, den gleichen Weg wie Jack [Taylor] einzuschlagen, ist das Schreiben. Ich liebe es zu sehr, um es für Drogen oder Alkohol zu vergeuden.« Neben der Jack-Taylor- hat Bruen eine Serie mit dem Detektiv Tom Brant geschrieben sowie die Max-und-Angela-Reihe. Hierzu gehört unter anderem »Bust« (2006; dt. »Flop«, 2008), das Bruen zusammen mit Jason Starr verfasst hat: Max Fisher, ein New Yorker Geschäftsmann, will seine Frau loswerden, um sie durch seine Sekretärin Angela Petrakos zu ersetzen. Angela stellt ihm Dillon vor, ein früheres IRA-Mitglied, das für ihn seine Frau ermorden soll. Wie auch in anderen Büchern teilt Bruen ironische Seitenhiebe gegen seine Landsleute aus: »Angelas Mutter war Irin durch und durch: gehässig, verbittert und stur wie ein Maulesel.« Bruens neuestes Buch trägt den Titel »Once Were Cops« (2008; Ü: Früher gab es Bullen). Michael O’Shea arbeitet bei der Nationalpolizei der Republik Irland und nimmt an einem Austausch mit der New Yorker Polizei teil. Sein Traum, beim NYPD zu arbeiten, entwickelt sich jedoch zu einem Albtraum.

Ken Bruen ist der herausragende Vertreter des »Irish Noir«, der düsteren irischen Krimis. 2003 erhielt er für »The Guards« den Shamus Award für den besten Roman, 2010 wurde er mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Galway.

[http://www.kenbruen.com/]