10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Javad Khavari  [ Afghanistan ]

Biographie

ldw.Khavari.portrait.JPG
© Eman Morassaei

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Amsal o Hekmat haye Mardome Hazara

Erfan

Teheran, 2001

Do beiti haye Hazaragie

Erfan

Teheran, 2003

Ghasse haye Hazarahaye Afghanistan

Nashre Cheshma

Teheran, 2008

Gole Sorkhe dele Afgar

Erfan

Teheran, 2008

Javad Khavari wurde 1967 in Bamyan, einer Provinz in Zentralafghanistan, geboren. Bereits im Alter von vier Jahren emigrierte Khavari mit seiner Familie in den Iran. 2006 schloss er sein Studium der Scharia und der Grunddisziplinen der islamischen Lehre ab.

Die Kurzgeschichte »Raze Zaman« (Ü: Geheimnis der Zeit) aus dem Jahr 1991 war sein erstes literarisches Werk, das zwei Jahre später in dem Sammelband mit dem Titel »Sange Malamat« (Ü: Härte des Rügens) des iranischen Verlegers Ali Payam herausgegeben wurde. Es folgte »Poschte Kohe Quaf« (1997; Ü: Hinter dem Nirgends), eine Sammlung von Sagen des Volks Hazara, dem Khavari selbst angehört. Es folgten weitere Veröffentlichungen wie »Amsal o Hekmat haye Mardome Hazara« (2001; Ü: Sprichwörter und Bräuche des Stamms Hazara), »Do beiti haye Hazaragie« (2003; Ü: Volkslieder des Volks Hazara), »Ghasse haye Hazarahaye Afghanistan« (2008; Ü: Geschichte des Stamms Hazara in Afghanistan) und »Gole Sorkhe dele Afgar« (2008; Ü: Die rote Blume, das gebrochene Herz). Khavaris Werke spiegeln die Facetten des Lebens der Hazara wider, die als schiitische Minderheit überwiegend in Zentralafghanistan leben. Die karge Landschaft und das harte Leben seines Volkes bilden die Kulisse seines literarischen Schaffens. Den Leitfaden seiner Erzählungen bildet die Sehnsucht nach Akzeptanz und Anerkennung für das Volk der Hazara. Seit 1997 gehört Javad Khavari als einer der Mitbegründer der Literaturzeitschrift »Dore-Dari« zu den afghanischen Literaten, die dem Dari (der Version der persischen Sprache, die in Afghanistan gesprochen wird und die Amtssprache des Landes ist) eine eigene Identität und Stellung innerhalb der persischsprachigen Region gegeben haben. 2004 gewann er Afghanistans Kulturpreis.

In seiner Kurzgeschichte »Eshqubazi« (Ü: Liebesdrama) thematisiert Khavari das Stammesleben in Afghanistan als ein in sich geschlossenes System mit eigenen Anschauungen und Vorurteilen gegenüber anderen Stämmen. Khavaris Erzählungen sind bildhaft und lebendig, seine Glossen und Artikel nüchtern und sachlich. Javad Khavari lebt und arbeitet zurzeit in Kabul und schreibt an einem Roman.

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