10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Gintaras Grajauskas  [ Litauen ]

Biographie

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© Viktor Kalinke

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Tatuiruotė

Vaga

Vilnius,1993

Knochenflöte

Edition Erata

Leipzig, 2003

[Ü: Mala Vikaite, Viktor Kalinke]

Naujausių laikų istorija

Vadovėlis pradedantiesiems

Rašytojų sąjungos leidykla

Vilnius, 2004

Eilėraščiai savo kailiu

Rašytojų sąjungos leidykla

Vilnius, 2008

Gintaras Grajauskas wurde1966 in Kapsukas (heute Marijampolė, Litauen) geboren. Er studierte Chorleitung an der Musikhochschule »Stasys Šimkus« und dann Jazz am Staatlichen Litauischen Konservatorium in Klaipėda. Danach arbeitete er für verschiedene Radio- und Fernsehsender und seit 1994 für die Tageszeitung »Klaipėda«, deren Literaturbeilage »Gintaro lašai« (Ü: Bernsteintropfen) er lektoriert. Seit 2008 ist er der Leiter Literatur am Dramatischen Theater Klaipėda.

1993 erschien sein erster Gedichtband »Tatuiruotė« (Ü: Tattoo). Es folgten weitere Lyrikbände, darunter 1999 »Kaulinė dūdelė« (dt. »Knochenflöte«, 2003), für den Grajauskas 2000 mit dem litauischen »Spring of Poetry«-Preis und mit dem leva-Simonaitytė-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Die sieben Teile des Bandes sind nach den Orgelregistern Principal, Vox humana, Mixtur, Vox coelestis, Blockflöte, Zink und Trompete benannt und zeichnen sich sprachlich durch Musikalität und eine lakonisch-melancholische Grundstimmung aus. Grajauskas ist ein postmoderner Satiriker mit einem unaufdringlichen, aber sehr einprägsamen Stil. Seine Gedichte sind frei von Pathos und gekünstelter Metaphorik und wirken durch ihren natürlichen, fast umgangssprachlichen Ton: »Ein Gedicht zu schreiben bedeutet für mich vor allem, Emotionen zu beherrschen, sie zu vergessen und sich von ihnen zu distanzieren. Ich bin kein Fachmann für Eingebungen des Augenblicks und Ekstasen. Der Theatralik ziehe ich eher Intimität vor, die Möglichkeit, sich mit Andeutungen zu verständigen, die nur die Kommunizierenden verstehen, mit eigenartigen Blicken, mit Gesten.« Die Gedichte stellen kurze, ironische Alltagsskizzen dar oder auch filigrane, äußerst bildhafte Beschreibungen und Geschichten. Grajauskas führt in seinen Texten oberflächliche sprachliche Gemeinplätze auf ihre Ursprünge zurück und dekuvriert ihren Ursprung in tief verwurzelten Unsicherheiten.

Seine Gedichte wurden u. a. ins Englische, Deutsche, Französische, Schwedische und Polnische übersetzt. 2003 erhielt Grajauskas den Preis des Litauischen Kulturministeriums, 2007 wurde er für das Theaterstück »Mergaitė, kurios bijojo Dievas« (Ü: Das Mädchen, vor dem Gott Angst hatte) in Litauen mit dem Goldenen Bühnenkreuz ausgezeichnet.

Grajauskas lebt und arbeitet in Klaipėda. Seit 1990 singt er in den Bands »Rokfeleriai« und »Kontrabanda«.

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