10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Eva Muggenthaler  [ Deutschland ]

Biographie

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© Gunnar Geller

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Der Schäfer Raul

Peter Hammer

Wuppertal, 1997

Der weiße und der schwarze Bär

[Text: Jürg Schubiger]

Peter Hammer

Wuppertal, 2007

Paulas Reisen

[Text: Paul Maar]

Tulipan

Berlin, 2007

Papa, ich will einen Hund

[Text: Ernst Kahl]

Kein & Aber

Zürich, 2008

Als die Fische spazieren gingen

mixtvision

München, 2010

Eva Muggenthaler, geboren 1971 in Fürth, studierte Illustration und Grafik an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Heute arbeitet sie als freischaffende Illustratorin für verschiedene Verlage. Der Durchbruch gelang ihr Mitte der 1990er Jahre mit ihrem Bilderbuch »Der Schäfer Raul« (1997) um den kauzigen Schafhirten, der so gerne ein neues Leben beginnen will. Bereits hier ist erkennbar, was die Arbeit der Illustratorin in den nachfolgenden Jahren auszeichnen wird, nämlich das assoziative, Freiräume eröffnende Wechselspiel ihrer Illustrationen mit der Textebene voller neuer Bedeutungszusammenhänge. »Paulas Reise« (2007) ist nur ein Beispiel dafür: Das Bilderbuch erzählt von der wundersamen Traumreise der kleinen Paula durch fantastische Länder, in denen jedoch strenge Regeln und Gesetze gelten, die das Verhalten und Aussehen jedes Einzelnen normieren. Wer nicht konform ist, wird zwangsangepasst. Jede Individualität hat sich der kollektiven Gleichheit unterzuordnen. Dies ablehnend, befindet sich die kleine Paula beständig auf der Flucht, und erst zurück im Land der weichen Kissen und damit in ihrem eigenen Bett, darf sie erneut ganz sie selbst sein. Muggenthaler gestaltet hier, eng am gereimten Text Paul Maars orientiert, der sein eigenes Gedicht von 1996 für diese Neubearbeitung umbenannt hat, auf sensible und zugleich hintersinnige Art und Weise anspruchsvolle Themen wie Toleranz, Identität und den Mut zum Anderssein. Stets behält sie dabei die kindliche Wahrnehmung und Imaginationswelt in ihrer eigenen Logik im Blick. Ähnliches gilt für das von ihr illustrierte Bilderbuch »Der weiße und der schwarze Bär« (2007), in dem sie den Text Jürg Schubigers weiterführt und die Angst der Protagonistin vor der Dunkelheit bildhaft werden und die Grenzen zwischen Kinderzimmer sowie kindlicher Vorstellungswelt verschwimmen lässt. Muggenthalers kreativer Umgang mit Materialien und dem Medium Buch im Allgemeinen zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem Künstler Ernst Krahl, und dem als Gemeinschaftsprojekt entstandenen Buch »Papa, ich will einen Hund« (2008). Neben Notizzetteln, Obsttüten und Briefumschlägen finden hier zahlreiche weitere Alltagsgegenstände Verwendung. »Farbauswahl und Technik hängen von der Geschichte ab. […] So spontan wie mein Mann seine Reime schrieb, wählte ich mein Material«, beschreibt Muggenthaler den Entstehungsprozess in einem Interview mit dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag.

Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. erhielten »Der Schäfer Paul« (1997) sowie »Der schwarze und der weiße Bär« (2008) eine Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Eva Muggenthaler lebt mit ihrer Familie in Schabstedt bei Husum.

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