10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Eva Menasse  [ Österreich ]

Biographie

ldw.Menasse.portrait.JPG
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Der Holocaust vor Gericht

Siedler

Berlin, 2000

Vienna

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2005

Lässliche Todsünden

Kiepenheuer & Witsch

Köln, 2009

Eva Menasse wurde 1970 in Wien geboren. Sie studierte Germanistik und Geschichte und arbeitete als Journalistin für das Wiener Nachrichtenmagazin »Profil« und als Kulturredakteurin für die FAZ. Im Jahr 2000 berichtete sie mehrere Wochen lang vom Prozess um den Holocaustleugner David Irving. Menasses erste eigene Buchveröffentlichung behandelte diesen juristischen Fall und erschien unter dem Titel »Der Holocaust vor Gericht« (2000).

Angesichts der beruflichen Laufbahn Menasses, die bis heute als Publizistin tätig ist, verwundert es nicht, dass auch die Entstehung ihres ersten Romans »Vienna« (2005) von ihrer journalistischen Erfahrung geprägt ist. Den Stoff für ihr Prosastück, das die Geschichte einer Familie mit halb jüdischen, halb christlichen Wurzeln im Österreich des 20. Jahrhunderts nachzeichnet, sammelte die Autorin, indem sie Interviews mit ihrer eigenen Verwandtschaft führte und ausgiebig über die Zeit um den Zweiten Weltkrieg recherchierte. Das Porträt der quirligen Familie, hinter deren anekdotenreicher Erzählkultur sich die Angst vor den schmerzlichen historischen Einschnitten in der eigenen Geschichte verbirgt, erinnert daher an manchen Stellen an die Biografie der Familie Menasse selbst. Dem erfolgreichen und in viele Sprachen übersetzten Romandebüt der Autorin folgte 2009 ihre Kurzgeschichtensammlung »Lässliche Todsünden«. In diesen sieben lose verbundenen Episoden über die Enttäuschungen der Liebe »hören wir ein fernes Echo des klassischen ›Sounds‹ von Karl Kraus und Robert Musil, von Thomas Bernhard oder Helmut Qualtinger und Elfriede Jelinek: Wer, wie Eva Menasse, im grell-ironischen Tonfall ihrer literarischen Vivisektionen in Wien zu hören, zu lesen und zu schreiben gelernt hat, ist gegen alle Sentimentalitäten von Liebe, Krankheit und Tod gefeit.« (Die ZEIT) Die Figuren in Menasses »Todsünden« entstammen sämtlich dem Wiener Intellektuellenmilieu, das die Autorin treffsicher und schonungslos durchleuchtet.

Neben ihrer Tätigkeit als Publizistin und Roman-Schriftstellerin hat Eva Menasse außerdem bereits Ende der 1990er Jahre zusammen mit ihrem Bruder Robert und ihrer Schwägerin Elisabeth Menasse zwei Kinderbücher geschrieben, die unter den Titeln »Die letzte Märchenprinzessin« (1997) und »Der mächtigste Mann« (1998) erschienen sind.

Die Autorin wurde sowohl für ihre journalistische als auch für ihre literarische Arbeit ausgezeichnet. 1995 erhielt sie eine ehrende Anerkennung beim Claus-Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus. Ihr Roman »Vienna« wurde 2005 mit dem Rolf-Heyne-Debütpreis geehrt. Eva Menasse lebt seit 2003 in Berlin.

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