10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Esther Kinsky  [ Deutschland ]

Biographie

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© Jeannette Abée

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Sommerfrische

Matthes & Seitz

Berlin, 2009

die ungerührte schrift des jahrs

Matthes & Seitz

Berlin, 2010

21 Grad Blau

Erzählung. Vorabdruck in:

Schreibheft, Nr. 75, September 2010

Esther Kinsky wurde 1956 in Engelskirchen bei Bonn geboren. Dort studierte sie Slawistik und Anglistik und ist seit 1986 als Übersetzerin literarischer Texte aus dem Polnischen, Russischen und Englischen tätig. Zu den von Kinsky ins Deutsche übertragenen Schriftstellern gehören u. a. Hanna Krall, Zygmunt Haupt, Aleksander Wat, Magdalena Tulli und Olga Tokarczuk. Neben ihren Übersetzungsarbeiten veröffentlichte Kinsky außerdem eigene Gedichte und kurze Prosatexte in verschiedenen Literaturjournalen in England, wo sie lange Zeit lebte. Den Durchbruch mit einem eigenen literarischen Werk schaffte die Autorin schließlich 2009 mit ihrem ersten Roman »Sommerfrische«. Seither gilt sie über ihre weitreichende Anerkennung als Literaturübersetzerin hinaus auch als schriftstellerische Entdeckung.

Das Romandebüt Kinskys entstand im Rahmen eines Stipendiums der Robert-Bosch-Stiftung, das der Autorin im Jahr 2006 eine Recherchereise durch die Grenzgebiete Ungarns, Rumäniens und Serbiens ermöglichte. Erzählt wird in »Sommerfrische« das Schicksal einer Frau, die als Fremde in die Alltagswelt eines ungarischen Dorfs »eindringt«. Dabei werden die Ereignisse, die der Frau und den einzelnen Dorfbewohnern widerfahren, in detailreiche und lyrisch anmutende Stillleben und Landschaftsschilderungen eingebettet. »Kinsky […] besingt diese terra incognita mit einer Sprache, die erfinderisch wie betörend ist« (»Neue Bücher«, NDR). Basierend auf den Eindrücken, die die Autorin während ihrer Reise durch die südosteuropäischen Länder sammelte, entstanden zwei weitere Werke: der Lyrikband »die ungerührte schrift des jahrs«, in dem sie in die Lebenswelt ihres ersten Romans zurückkehrt, und ein Roman, der unter dem Titel »Banatsko« 2011 veröffentlicht wird.

2002 wurde Esther Kinsky zusammen mit Olga Tokarczuk mit dem Brücke-Berlin-Preis ausgezeichnet. Für ihr übersetzerisches Gesamtwerk, aus welchem besonders die Übertragung von Tokarczuks Roman »Unrast« Beachtung fand, erhielt Kinsky 2009 den Paul-Celan-Preis. Ihren Wohnsitz hat die Autorin in Berlin und in Battonya, einem der von ihr bereisten ungarischen Orte an der Grenze zu Rumänien.

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