10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2010 / Eliot Weinberger

Eliot Weinberger  [ USA ]

Biographie

Eliot Weinberger Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2008, 2009, 2010, 2014.

Bibliographie

Kaskaden

Suhrkamp

Frankfurt a. M., 2003

[Ü: Peter Torberg]

Das Wesentliche

Berenberg

Berlin, 2008

[Ü: Peter Torberg]

Orangen! Erdnüsse!

Berenberg

Berlin, 2011

[Ü: Peter Torberg]

Two American Scenes

[Mit Lydia Davis]

New Directions

New York, 2013

The Wall, the City, and the World

Readux Books

Berlin, 2014

Eliot Weinberger wurde 1949 in New York geboren. Seine von internationalen Feuilletons für ihre stilistische Fulminanz und intellektuelle Schärfe gefeierten Essays wurden in über dreißig Sprachen übersetzt. Die Sammelbände »Kaskaden« (2003), »An Elemental Thing« (2007; dt. »Das Wesentliche«, 2008) und »Oranges & Peanuts for Sale« (2009; dt. »Orangen! Erdnüsse!«, 2012) bilden eine Auswahl seiner Aufsätze, die dokumentarische Techniken mit literarischen Ästhetiken vereinen. Ideenreich bespiegelt Weinberger die Gegenwart an Fragmenten aus Tausenden von Jahren Natur-, Kultur- und Literaturgeschichte. Mit politischen Kommentaren trat Weinberger als Kritiker der US-amerikanischen Außenpolitik unter George W. Bush in Erscheinung. Sein Prosagedicht »What I Heard about Iraq« (2005; Ü: Was ich über den Irak hörte) avancierte zu einem vielbeachteten Internet-Phänomen und wurde, gefördert durch das ilb, in weltweiten Lesungen zur Aufführung gebracht. Weitere politische Schriften sind in dem Band »What Happened Here. Bush Chronicles« (2005; Ü: Was hier geschah. Bush-Chroniken) versammelt.

Weinberger ist der Hauptübersetzer des mexikanischen Nobelpreisträgers Octavio Paz. Zudem übertrug er Texte lateinamerikanischer Autoren wie Vicente Huidobro, Xavier Villaurrutia und Cecilia Vicuña ins Englische. Ebenso engagiert er sich für die westliche Würdigung chinesischer Dichtkunst. In »19 Ways of Looking at Wang Wei« (1987) verglich er 19 verschiedene Übersetzungen eines Gedichts aus der Tang-Dynastie. Er ist Übersetzer des exilierten Lyrikers Bei Dao und Herausgeber von »The New Directions Anthology of Classical Chinese Poetry« (2003) sowie einer Reihe von Büchern über China mit dem Titel »Calligrams«. Des Weiteren ist er Herausgeber des Bandes »American Poetry Since 1950. Innovators & Outsiders« (1993) sowie von »World Beat. International Poetry from New Directions« (2006) und jüngst »Elsewhere« (2014), einer Anthologie moderner Lyriker, die fernab ihrer Heimat schrieben. Mit »The Wall, the City, and the World« veröffentlichte er im selben Jahr drei Texte, die formal zwischen Essay und Poesie angesiedelt sind und sich damit beschäftigen, wie Zivilisationen entstehen und vergehen. Gemeinsam mit Lydia Davis verfasste Weinberger, der auch mit Künstlern wie dem maorischen Maler Shane Cotton und dem Filmemacher Robert Gardner zusammenarbeitete, das von der Literatur des 19.~Jahrhunderts inspirierte Diptychon »Two American Scenes« (2013; Ü: Zwei amerikanische Szenen).

Regelmäßig schreibt er zudem für internationale Publikationen wie den »London Review of Books« und »Lettre International«. Der von ihm herausgegebene Band von Jorge Luis Borges’ »Selected Non-Fiction« wurde mit dem National Book Critics Circle Award ausgezeichnet. Er ist der einzige US-amerikanische Autor, dem die Ehrung Order of the Aztec Eagle der mexikanischen Regierung zuteilwurde. Weinberger lebt in New York.

abgelegt unter: