10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
Sie sind hier: Startseite / Archiv / Teilnehmer / / 2010 / Dietmar Dath

Dietmar Dath  [ Deutschland ]

Biographie

ldw.Dath.portrait.jpg
© Uwe Dettmar, Suhrkamp Verlag

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Cordula killt dich! oder
Wir sind doch nicht Nemesis von jedem Pfeifenheini
Verbrecher-Verlag
Berlin, 1995

Für immer in Honig
Implex
Berlin, 2005

Maschinenwinter
Wissen, Technik, Sozialismus
Eine Streitschrift
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2008

Die Abschaffung der Arten
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 2008

Deutschland macht dicht
Suhrkamp
Berlin, 2010

Dietmar Dath wurde 1970 in Rheinfelden (Baden) geboren. Aufgewachsen in Schopfheim, studierte er nach seinem Abitur in Freiburg Physik und Literaturwissenschaften. Bereits als Student publizierte er − auch unter Pseudonymen wie David Dalek oder Dieter Draht − literarische und journalistische Beiträge zu Gesellschaft und Popkultur in Zeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland. Außerdem macht er als Übersetzer englischsprachiger Kultautoren wie Joe R. Lansdale oder Buddy Giovinazzo auf sich aufmerksam. Von 1998 bis 2000 war Dath Chefredakteur der Zeitschrift »Spex«, bevor er von 2001 bis 2007 Feuilleton-Redakteur bei der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« wurde.

1995 veröffentlichte Dath mit »Cordula killt dich!« seinen ersten Roman, dem weitere folgten, u. a. »Die Ehre des Rudels« (1996), »Am blinden Ufer« (2000), »Phonon oder Staat ohne Namen« (2001) und »Schwester Mitternacht« (2002). Oft gibt es in seinen Romanen autobiografische Anklänge; so heißen die Protagonisten wie der Autor alliterierend David Dalek oder Martin Mahr, kommen aus badischen Kleinstädten und arbeiten in Zeitungsredaktionen. Die Themen changieren in einem breiten Spektrum zwischen Popkultur und Quantenphysik, Marxismus, Science Fiction und Gentechnik. Er selbst hat den Roman als »Allesfresserform« bezeichnet. Die Texte des Autors, der für eine Beseitigung des kapitalistischen Systems plädiert, handeln nicht davon, »wie es ist, sondern davon, wie es sein sollte, wie es hoffentlich nicht sein wird oder wie es ganz neutral sein könnte. Und das sind nun mal spekulative oder fantastische Texte.« Beispielhaft für seine Entwicklung hin zu einem monumentalen Stil ist sein tausendseitiger Roman »Für immer Honig« (2005), in dem er die leninistischen Theorien aktualisiert. Er handelt u. a. von gewalttätigen Rechtsradikalen in der badischen Provinz, von Zombies und Dämonenjägern und umfasst gesellschaftstheoretische, musik- und literaturästhetische Diskurse ebenso wie Anspielungen auf amerikanische Fernsehserien. 2009 wurde die 62-teilige Komplettlesung des Romans von der Internetseite litradio.net ins Internet gestellt. In seinem Essay »Maschinenwinter« (2008), einer Streitschrift über den Kapitalismus und seine Alternativen, prangert Dath die Unmenschlichkeit und Obszönität kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzgebarens an. Sein jüngster Roman »Deutschland macht dicht« (2010) thematisiert die aktuelle Wirtschaftskrise und erzählt eine fantastische, comicartige Geschichte vom Kampf gegen die Bestie des Kapitalismus.

2008 erhielt Dath den Förderpreis zum Lessing-Preis für Kritik, 2009 den Förderpreis für Literatur der Akademie der Künste Berlin. Er lebt in Frankfurt am Main und Freiburg.

abgelegt unter: