10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Anjum Hasan  [ Indien ]

Biographie

ldw.Hasan.portrait.JPG
© Raghav Shreyas

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Street on the Hill

Sahitya Akademi

Neu-Delhi, 2006

Lunatic in my Head

Zubaan-Penguin

Neu-Delhi, 2007

60 Indian Poets

Hrsg. von Jeet Thayil

Penguin India

Neu-Delhi, 2008

Neti, Neti

India Ink Roli

Neu-Delhi, 2009

Die indische Lyrikerin und Schriftstellerin Anjum Hasan wurde 1972 in Shillong, Meghalaya, geboren, wo sie auch ihr Philosophiestudium an der North-Eastern Hill University abschloss. Mit 26 Jahren zog sie nach Bangalore. Dieses Ereignis sowie der Kontrast zwischen dem Leben in einer indischen Kleinstadt und dem der Großstadt sollten prägend werden für ihr literarisches Schaffen.

2006 erschien ihr Lyrikdebüt »Street on the Hill«. Feinfühlig erkundet sie in ihren Gedichten das bürgerliche Leben in einer kleinen indischen Stadt, bezieht Beobachtungen aus der Kindheit, Erinnerungen und Geheimnisse mit ein, führt einen Personenreigen der Bewohner vor und flieht schließlich aus dem »Museum der Vergangenheit« zu einem Freudenfest des Reisens, der Liebe und der Sinnlichkeit. 2007 erschien Hasans erster Roman »Lunatic in my Head« (Ü: Irrer in meinem Kopf), der es auf die Short-List eines der bedeutendsten indischen Literaturpreise, des Crossword Award, schaffte. Die Handlung spielt in den 1990er Jahren in Shillong. Wiederum handelt es sich um ein poetisches und gleichzeitig humorvolles Porträt einer kleinen Stadt, die großen Veränderungen unterworfen ist, sowie von drei Menschen, die versuchen, aus dem Kleinstadtschicksal auszubrechen. In ihrem zweiten Roman »Neti, Neti« (2009, Ü: Nicht dies, nicht dies) verarbeitet Hasan ihren eigenen Auszug aus ihrer heimatlichen Kleinstadt: »Ich fühlte mich für eine Weile wie eine Verdammte, denn nach den Aufregungen der Großstadt konnte ich mich nicht mehr einfinden in die Eintönigkeit einer Kleinstadt, vermisste sie jedoch andererseits auf eine völlig irrationale Weise.« Der Roman veranschaulicht das Schicksal einer jungen Frau in einer indischen Metropole: Die 25-jährige Sophie zieht von Shillong nach Bangalore, um Freiheit zu finden, fühlt sich jedoch nach einiger Zeit in der geldkranken Stadt immer fremder. Als sie zurück in ihre Heimatstadt fährt, muss sie feststellen, dass auch in Shillong mittlerweile alles getan wird, um internationale Firmen anzulocken, und dass die Menschen die Sprache des Geldes übernommen haben, bis sich Sophie nun weder an dem einen noch an dem anderen Ort zu Hause fühlt. »Neti, Neti« war auf der Long-List des Man Asia Literary Prize.

Anjum Hasan hat auch Kritiken, Kurzprosa, Lyrik, Reiseliteratur und literarische Essays in indischen und ausländischen Periodika veröffentlicht und arbeitet als Redakteurin bei der Zeitschrift »The Caravan«. Ihre Gedichte und Kurzgeschichten sind in vielen wichtigen Anthologien indischer Poesie und Kurzprosa vertreten. Anjum Hasan lebt in Bangalore.

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