10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alexander Osang  [ Deutschland ]

Biographie

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© Andreas Labes

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

Politbiuro

Mekhanizmy politicheskoi vlasti v 1930-e gody

[Hrsg. Andrej Sorokin]

ROSSPEN

Moskau, 1996

Moldaviia

Sovremennye tendentsii razvitiia

[Hrsg. Andrej Sorokin]

ROSSPEN

Moskau, 2004

Istoriia stalinskogo GULAGa

Konets 1920-kh − pervaia polovina 1950-kh godov

Sobraniedokumentov v semi tomakh

[Hrsg. Andrej Sorokin]

ROSSPEN

Moskau, 2004

Alexander Osang wurde 1962 im Ostteil Berlins geboren. Er studierte in Leipzig Journalistik und arbeitete in den Jahren nach der Wiedervereinigung für die »Berliner Zeitung«, bei der er nach kurzer Zeit zum Chefreporter avancierte. 1999 ging er als Berichterstatter für den »Spiegel« nach New York und war dort sieben Jahre tätig, bevor er wieder in seine Heimatstadt zurückkehrte. Osang, mittlerweile einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands, veröffentlichte 1992 seine erste Reportagensammlung »Aufsteiger – Absteiger«. Seine seither regelmäßig in Buchform erscheinenden Berichte und Kolumnen befassen sich vor allem mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in Ostdeutschland seit 1989. Ganz von diesem Interesse geprägt ist auch Osangs erster Roman »Die Nachrichten« (2000), der 2005 mit großem Erfolg verfilmt wurde. Berichtet wird hier vom Schicksal des im Osten aufgewachsenen Fernsehsprechers Jan Landers, der es zwar bis zur »Tagesschau« in Hamburg gebracht hat, dort allerdings feststellen muss, dass er seinen Platz im westdeutschen (Medien-)System nie wirklich gefunden hat. Landers muss sich mit dem Gerücht herumschlagen, er habe früher für die Stasi gearbeitet. Dadurch erlebt er nicht nur,

wie wacklig sein Status als »westlicher« Ostdeutscher ist, sondern auch, wie intrigant in der Medienbranche gearbeitet wird. In seinen nachfolgenden literarischen Werken, dem Erzählungsband »Lunkebergs Fest« (2003) und seinem zweiten Roman »Lennon ist tot« (2007), entfernt sich Osang von der Ost-West-Thematik. Was aber bestehen bleibt, ist seine Vorliebe für Figuren, die Gefahr laufen, an unverhofften Entwicklungen zu scheitern oder sich darin zu verlieren. So beschäftigt sich »Im nächsten Leben« (2010), eine Sammlung

von erstmals im »Spiegel« erschienenen Reportagen, mit den biografischen Brüchen, die einem menschlichen Leben – sei es das der Bundeskanzlerin, sei es das eines unbekannten amerikanischen Kriegsveteranen – seine unverkennbaren Spuren einschreiben. Osang wurde bisher mehrfach für seine journalistische Arbeit ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den Theodor-Wolff-Preis, dreimalig den Egon-Erwin-Kisch-Preis für die beste deutschsprachige Reportage, und 2009 wurde er zum »Reporter des Jahres« gekürt. Osang lebt in Berlin.

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