10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Alan Pauls  [ Argentinien ]

Biographie

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© Axel Chaulet

Gast des ilb 2010.

Bibliographie

El pudor del pornógrafo

Sudamericana

Buenos Aires, 1984

Wasabi

Alfaguara

Buenos Aires, 1994

Die Vergangenheit

Klett-Cotta

Stuttgart, 2009

[Ü: Christian Hansen]

Historia del pelo

Anagrama

Barcelona, 2010

Geschichte der Tränen

Klett-Cotta

Stuttgart, 2010

[Ü: Christian Hansen]

Alan Pauls, argentinischer Romancier, Essayist, Kritiker und Drehbuchautor, wurde 1959 in Buenos Aires geboren. Er studierte Literaturwissenschaften an der Universidad de Buenos Aires, an die er später als Dozent für Literaturtheorie zurückkehrte, gründete die Zeitschrift »Lecturas críticas« und arbeitete als Redakteur für die Tageszeitung »Página/12«.

Sein erster Roman »El pudor del pornógrafo« (1984; Ü: Die Scham des Pornografen) schreibt sich in die Tradition der Briefromane ein. Gegenstand ist der Briefwechsel des als Ratgeber in erotischen Fragen tätigen Erzählers mit seiner Geliebten. Während ein ersehntes Wiedersehen wiederholt verschoben werden muss, intensivieren sich das schriftlich geäußerte Begehren und die Leidenschaft der beiden. International bekannt wurde Pauls durch seinen preisgekrönten und von Héctor Babenco gleichnamig verfilmten vierten Roman »El pasado« (2003; dt. »Die Vergangenheit«, 2009). Der Übersetzer Rímini trennt sich nach zwölf symbiotischen Jahren absoluter Liebe von seiner Frau Sofía, um ein neues Leben zu beginnen. Im Buenos Aires der 1980er Jahre stürzt er sich in amouröse Abenteuer und Arbeits- und Drogenexzesse, doch kann er sich von Sofías obsessiver Liebe und der gemeinsamen Vergangenheit nicht frei machen. Der auf unterschiedlichen Zeitebenen virtuos konstruierte Roman leuchtet mit hoher sprachlicher Intensität die seelischen Abgründe der beiden Hauptfiguren aus. Die komplexe Satzarchitektur, die verschiedenen Sprachregister und der Metaphernreichtum verdichten das Werk zu einer vielschichtigen Studie über Erfahrung und Vergessen, über Liebe und Eifersucht. Derzeit arbeitet Pauls an einer Trilogie über die 1970er Jahre in Argentinien. Der erste Teil »Historia del llanto« (2007) erscheint 2010 unter dem Titel »Geschichte der Tränen« in deutscher Übersetzung. Der Autor wendet sich darin erstmals direkt der politischen Vergangenheit Argentiniens zu. Vor dem Hintergrund der ideologischen Kämpfe der 1970er Jahre schildert der Roman die geistig-seelische Entwicklung eines überaus sensiblen und gebildeten Sohns einer progressiven Familie der Mittelschicht. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung des jungen Protagonisten mit seinen Zeitgenossen und den prägenden Ereignissen der Epoche. »Ich wollte das Intime mit dem Politischen verbinden, zwei Bereiche, die in der argentinischen Kultur noch immer voneinander getrennt sind«, so der Autor.

Alan Pauls wurde mit dem Premio Herralde (2003) ausgezeichnet. Der chilenische Schriftsteller Roberto Bolaño bezeichnete den Argentinier als »einen der besten lebenden Schriftsteller Lateinamerikas«. Zusammen mit seiner Ehefrau und Tochter lebt Pauls in Buenos Aires.

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