10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Thomas Hettche  [ Deutschland ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Ludwig muß sterben
Dumont
Frankfurt/Main, 1989

Inkubation
Suhrkamp
Frankfurt/Main, 1992

Nox
List. Tb Verlag
Frankfurt/Main, 1995

Der Fall Arbogast
Dumont
Köln, 2001

Woraus wir gemacht sind
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2006

Fahrtenbuch 1993-2007
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2007

Thomas Hettche wurde 1964 in Treis bei Gießen geboren. In Frankfurt/Main studierte er Philosophie und Germanistik. Bereits während des Studiums veröffentlichte er seinen ersten Roman, der ihm eine Einladung zum Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt einbrachte.
Zwischen 1995 und 1999 zählte er selbst zu den Juroren der Auszeichnung. 1999 schloss er seine Promotion ab, eine medienhistorische Arbeit über Venedig. Neben seinem wissenschaftlichen und literarischen Wirken veröffentlichte er auch journalistische Arbeiten und Essays in der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und der »Neuen Zürcher Zeitung«. Seit 2002 übernahm er Lehraufträge an wissenschaftlichen Institutionen, seit 2005 gibt er die Edition Spycher heraus.
So vielfältig seine Tätigkeitsfelder, so vielfältig auch sein literarisches Schaffen. Sein Romandebüt, »Ludwig muß sterben« (1989), ist ein Versuch über das Verhältnis von Wirklichem und Fantasiertem: Ein aus der Psychiatrie beurlaubter Ich-Erzähler verbringt ein Wochenende in der Wohnung seines todkranken Bruders, der sich gerade in Venedig aufhält. Dort gibt er sich ein unfreiwilliges Stelldichein mit dem Tod, der in weiblicher Gestalt einem Anatomieatlas entstiegen ist, und dessen Gehilfen, einem Mediziner aus der Renaissance. Die Kritik nahm dieses erste Buch sehr wohlwollend auf, es wurden Vergleiche zu E.T.A. Hoffmann und Samuel Beckett gezogen. Der darauf folgende experimentelle Band »Inkubation« (1992) positionierte den Autor endgültig in der Avantgarde des Erzählens.
2000 gab Hettche gemeinsam mit der Schriftstellerin Jana Hensel die Online-Anthologie »NULL« heraus, zu der sie 35 junge Literaten einluden, ein Jahr lang mitzuschreiben – eines der ersten deutschen Literaturprojekte im Internet. Hettches Kriminalroman »Der Fall Arbogast« (2001) nach einem Justizirrtum in der deutschen Nachkriegszeit wurde zum Bestseller und erschien in zehn Sprachen. Ebenso erfolgreich war schließlich sein existenzialistisch angehauchter Thriller »Woraus wir gemacht sind« (2006), in dem der Autor neben dem spannungsgeladenen Plot eine Suche nach Amerika, seinen Stereotypen und seinem Verhältnis zu Europa präsentiert.
Thomas Hettche erhielt diverse Stipendien und literarische Auszeichnungen, u.a. den Robert-Walser-Preis und den Rom-Preis der Villa Massimo. 2006 kam er mit »Woraus wir gemacht sind« ins Finale um den Deutschen Buchpreis. Der Autor lebt in Berlin und in Erschmatt in der Schweiz.

© internationales literaturfestival berlin

[http://www.hettche.de]

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