10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Sebastian Barry  [ Irland ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

The Engine of Owl-Light
Carcanet Press
Manchester, 1987

Boss Grady’s Boys
Raven Arts Press
Dublin, 1989

The Steward of
Christendom
Methuen Drama with
Royal Court Theatre
London, 1995

Die Zeitläufte des
Eneas McNulty
S. Fischer
Frankfurt/Main, 1999
[Ü: Esther Kinsky]

Ein verborgenes Leben
Steidl
Göttingen, 2009
[Ü: Hans-Christian Oeser]

Sebastian Barry wurde 1955 in Dublin geboren. Als Sohn der Schauspielerin Joan O’Hara wuchs er
in London und der irischen Hauptstadt auf, besuchte dort die Catholic University School und studierte
später am Trinity College Englisch und Latein. Nach dem Studium lebte er zunächst mehrere
Jahre im europäischen Ausland, bevor er 1984 als literarischer Ehrenstipendiat einen Ruf an die University
of Iowa erhielt. Ein Jahr später kehrte er in seine Heimat Irland zurück und machte sich dort
einen Namen als Dichter, Dramatiker und Romancier.
In Barrys Werken verknüpft sich ein umfassendes politisches und historisches Interesse mit autobiografischen
Elementen: Immer wieder greift der Autor auf seine Familiengeschichte sowie auf persönliche
Erfahrungen und Erinnerungen zurück, um spezifische Aspekte der irischen Geschichte auszuleuchten,
die vergessen wurden oder in der offiziellen Geschichtsschreibung übergangen werden.
In seinem bekanntesten Drama, »The Steward of Christendom« (1995), das mit mehreren Preisen
ausgezeichnet und an der Brooklyn Academy of Music (BAM) aufgeführt wurde, steht mit Thomas
Dunne der Urgroßvater Barrys im Mittelpunkt. Dieser musste als Leiter der britischen Dublin Metropolitan
Police den Unabhängigkeitskampf Irlands erleben und erleiden. Auch rückt Barry häufig Außenseiterfiguren
ins Zentrum seiner Werke: So erzählt sein erstes Theaterstück, »Boss Grady’s
Boys« (1988), die Geschichte zweier älterer, unverheirateter Brüder, die eine abseits gelegene Farm
gemeinsam bewirtschaften.
Seinen letzten großen Erfolg feierte der Autor mit dem Roman »The Secret Scripture« (2008; dt. »Ein
verborgenes Leben«, 2009), der Geschichte einer fast hundertjährigen Dame, die seit mehreren Dekaden
in einer abgelegenen psychiatrischen Anstalt untergebracht ist und ihr Leben in einem Notizbuch
auf zeichnet. Parallel dazu führt ihr Therapeut ebenfalls ein Notizbuch über sie, weil er sie möglicherweise
aus der Klinik entlassen muss. Die beiden kunstvoll verwobenen Erzählebenen, die den
Handlungs bogen bis in die Zeit kurz nach der irischen Revolution spannen, entwerfen eine alternative
Geschich te Irlands, die metaphorisch in der Anstalt verwahrt wird.
Dieses Buch Barrys stand auf der Shortlist des renommierten Man Booker Prize for Fiction. Außerdem
wurden dem Autor dafür 2008 der Costa Book of the Year Award und der Hughes & Hughes
Irish Novel of the Year Award verliehen. Das Werk wurde in 27 Sprachen übersetzt. Sebastian Barry
lebt in der irischen Grafschaft Wicklow mit seiner Frau und drei Kindern.

© internationales literaturfestival berlin

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