10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Robert Gray  [ Australien ]

Biographie

Robert Gray Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2007, 2009.

Bibliographie

Introspect, Retrospect
Lyre-Bird Writers
Sydney, 1970

Piano
Angus & Robertson
North Ryde, New South Wales, 1988

Lineations
Duffy & Snellgrove
Potts Point, New South Wales, 1996

New Selected Poems
Duffy & Snellgrove
Potts Point, New South Wales, 1998

The Land I Came Through Last
Giramondo
Artarmon, 2008

Übersetzer
Joachim Sartorius

Der Lyriker Robert Gray wurde 1945 im australischen Port Macquarie geboren und wuchs an der Küste von New South Wales auf. Nach der Diagnose eines letalen Herzfehlers, die sich später als falsch erwies, brach er die Schule ab. Er wurde Journalist und begann Gedichte zu schreiben. 1963 ging Gray nach Sydney, wo er als Werbetexter, Einkäufer im Buchhandel sowie Lehrer für kreatives Schreiben arbeitete und Neuerscheinungen für den Rundfunksender »ABC« und die Tageszeitung »Sydney Morning Herald« rezensierte.

Nach seinem Debüt »Introspect, Retrospect« (1970; Ü: Introspektion, rückblickend) machte er vor allem mit »Creekwater Journal« (1974; Ü: Creekwater-Tagebuch) auf sich aufmerksam. Stipendien und Dozenturen an diversen Universitäten des Landes und an der Tokioter Meiji-Universität würdigten und unterstützten seine weiteren - ausschließlich lyrischen – Arbeiten wie »Grass Script« (1979; Ü: Gras-Schrift), »The Skylight« (1984; Ü: Das Dachfenster), »Piano« (1988) und »Certain Things« (1993; Ü: Bestimmte Dinge).

Gray gilt als herausragender Landschaftsdichter und bedeutendster australischer Lyriker neben Les Murray. Er sieht sich in der Tradition von Edward Thomas, D. H. Lawrence und William Carlos Williams und ist ein unnachgiebiger Realist in dem Sinne, dass nichts im Geist sei, was nicht zuerst in den Sinnen war. Grays Gedichte beeindrucken durch genaue Bilder der unablässigen Verwandlung des Lebens, durch rhythmische Eigenständigkeit und präzise Wiedergabe seelischer Zustände, ohne je in Sentimentalität oder Pathos abzugleiten. Sein Bekenntnis zur Bildhaftigkeit findet im Band »Lineations« (1996; Ü: Linierungen), der Gray über den englischsprachigen Raum hinaus bekannt machte, seinen deutlichsten Niederschlag. Er beinhaltet eine Zusammenstellung von Gedichten und Zeichnungen, in denen Gray sich einen offenen und geradezu »naiven« Blick auf profane wie abgründige Dinge bewahrt. 2007 erschien unter dem Titel »Schwindendes Licht« eine Auswahl seiner Gedichte in der deutschen Übersetzung von Joachim Sartorius.

Der Anspruch seiner Dichtung, Gegensätze zu einen, weist taoistische und buddhistische Bezüge auf. Nach sechs Jahren Arbeit am Manuskript veröffentlichte Gray 2008 die Autobiografie »The Land I Came Through Last« (Ü: Das Land, durch das ich zuletzt kam), in deren Fokus vor allem seine Eltern stehen, aber auch befreundete Schriftsteller-Größen wie Les Murray und Patrick White. Der Autor trat auch als Herausgeber von Lyrikanthologien und der Tagebücher des Malers John Olsen hervor. Sein Werk wurde mit den wichtigen australischen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem New South Wales Premier’s Literary Award, dem Victorian Premier’s Literary Award, dem Patrick White Award, dem Adelaide Festival of Arts Award, dem Grace Leven Prize for Poetry, dem The Age Poetry Book of the Year Award und dem C. J. Dennis Prize for Poetry.

Der Autor lebt in Sydney.

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