10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Raja Alem  [ Saudi-Arabien ]

Biographie

Raja Alem
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2009, 2011.

Bibliographie

Tariq al-Harir
al-Markaz ath-Thaqafi al-Arabi
Beirut, 1995

Fatma
Syracuse University Press
New York, 2003
[Ü: Tom McDonough]

Sitr
al-Markaz ath-Thaqafi al-Arabi
Beirut, 2004

My Thousand & One Nights
A Novel of Mecca
Syracuse University Press
New York, 2007
[Ü: Tom McDonough]

Tawfiq al-Hamam
al-Markaz al-Thaqafi al-Arabi
Beirut, 2010

Raja Alem wurde in Mekka, Saudi Arabien, geboren, studierte Anglistik an der King-Abdulaziz-Universität in Jiddah und veröffentlichte im Feuilleton der Zeitung »Riyadh«. Bekannt wurde sie mit ihrem Debüt »Tariq al-Harir’« (1995; Ü: Die Seidenstraße), worauf neun weitere Romane, fünf Theaterstücke, eine Biografie, mehrere Kurzgeschichten und Erzählungen für Kinder folgten. Raja Alem war an Koproduktionen mit Künstlern und Fotografen beteiligt und ist ein gern gesehener Gast in der Debatte um Orient und Okzident auf der internationalen Bühne.
Mehr als einmal wurde Alems Bedeutung in der arabischen Literatur mit der Vladimir Nabokovs im Westen verglichen. Ein komplexer, hermetischer Stil zeichnet ihr Werk aus. Sie schreibt in elegantem, klassischem Arabisch, und ihre an historischen und symbolischen Referenzen reiche Sprache mit ihren Verweisen auf die Sagen und Mythen der nordwestlichen Provinz Hejaz, den Geburtsort des Islams, muss wie in Sufi-Texten quasi entschlüsselt werden. In ihrem Roman »My Thousand & One Nights: A Novel of Mecca« (2007; Ü: Meine Tausendundeine Nacht: Ein Roman aus Mekka) kombiniert sie traditionelle Einflüsse mit signifikanten Merkmalen der Moderne und lenkt die Aufmerksamkeit auf die jüngeren Trends nahöstlicher Kultur. Die »California Literary Review« lobte es als »Buch von großartiger Fantasie und Intelligenz, ein Fest des Wortes, ein narrativer Hochgenuss«. Ihr aktuelles Buch, »The Dove’s Necklace« (2010; Ü: Das Kollier der Taube), gewann den diesjährigen International Prize for Arabic Fiction. Dazu die Autorin selbst: »Plötzlich blickte ich zurück und sah diesen Bücherberg, realisierte, was ich erreicht hatte. Denn bedenken Sie: Ich, eine Frau aus Mekka, wo es eine Schande ist, wenn dein Name genannt wird, stehe hier und die anderen Frauen in Mekka sehen es. Und es beweist, dass nichts unmöglich ist.« »The Dove’s Necklace« erzählt vom heimlichen Leben in Mekka. Die Geschichte der Aisha handelt vom Kampf zwischen den Bewahrern der historischen Stadt und jenen, die sie im Namen der Moderne zerstören wollen. Alem nennt ihr Buch eine Eloge an die Stadt »unserer Großmütter«: »›The Dove’s Necklace‹ weckt in mir das Gefühl, ich hätte eine ganze Generation zum Therapeuten gebracht und sie gebeten zu sagen, wie sie sich als Heranwachsende in Mekka in den siebziger oder sechziger Jahren fühlten.« Alem schrieb dieses Buch zunächst auf Englisch, um Mekka mit den Augen einer Fremden zu sehen und um sich von der inhärenten Zensur ihrer Muttersprache zu befreien.
Raja Alem erhielt zahlreiche Preise, darunter den Ibn-Tufail-Preis des Spanisch-Arabischen Kulturzentrums in Madrid (1991), den Arabic Women’s Creative Writing Prize (2005), den Preis des Libanesischen Literaturvereins in Paris (2008) und den International Prize for Arabic Fiction (2011). 2011 präsentierte sie mit ihrer Schwester Shadia Alem die Installation »Black Arch« anlässlich der Eröffnung des saudischen Pavillons bei der 54. Biennale von Venedig. Raja Alem lebt in Paris.

© internationales literaturfestival berlin

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