10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Pankaj Mishra  [ Indien ]

Biographie

mishra.portrait
© Ulrich Schreiber

Gast des ilb 2009, 2011, 2014, 2015, 2016.

Bibliographie

Unterwegs zum Buddha

Sein Leben, seine Lehre, seine Wirkung

Blessing

München, 2005

[Ü: Giovanni und Ditte Bandini]

Die Romantischen

Suhrkamp

Frankfurt a. M., 2008

[Ü: Barbara Schaden]

Lockruf des Westens

Modernes Indien

Berenberg

Berlin, 2011

[Ü: Matthias Wolf]

Aus den Ruinen des Empires

Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens

S. Fischer

Frankfurt a. M., 2013

[Ü: Michael Bischoff]

Begegnungen mit China und seinen Nachbarn

S. Fischer

Frankfurt a. M., 2015

[Ü: Michael Bischoff]

Pankaj Mishra wurde 1969 in der nordindischen Stadt Jhansi geboren. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Allahabad graduierte er an der Jawaharlal-Nehru-Universität in Delhi im Fach Englische Literatur. Anschließend verfasste er Rezensionen für diverse Zeitungen (u.~a. für »The Indian Review of Books« und »The Pioneer«) sowie später Essays, Kritiken und Kolumnen für amerikanische und britische Publikationen (u.~a. für »The New York Times«, »The Guardian«, »Harper’s« und »The New Yorker«). Er arbeitete als Lektor und förderte Arundhati Roy, als diese sich auf der Suche nach einem Verlag für »The God of Small Things« befand.

Sein Debüt gab Mishra mit dem Reisebericht »Butter Chicken in Ludhiana« (1995; Ü: Butterhühnchen in Ludhiana), in dem er sich mit den soziokulturellen Veränderungen in Indien vor dem Hintergrund der fortschreitenden Globalisierung auseinandersetzt. In seinem Romanerstling »The Romantics« (2000; dt. »Die Romantischen«, 2008) wird der junge, literaturbegeisterte Erzähler durch die Bekanntschaft mit einer Gruppe von Selbstfindungstouristen mit den divergierenden Perspektiven auf das heutige Indien konfrontiert. »An End to Suffering« (2004; dt. »Unterwegs zum Buddha«, 2005) nähert sich dem Leben und der Bedeutung Buddhas an. 2005 gab Mishra die Anthologie »India in Mind« (Ü: Indien im Sinn) heraus, u.~a. mit Texten von Bruce Chatwin, Allen Ginsberg, Hermann Hesse, Peter Matthiessen und Gore Vidal. Nachdem er in dem Band »Temptations of the West« (2006; dt. »Lockruf des Westens«, 2011) die Paradoxien westlicher Modernisierungstendenzen in Süd- und Zentralasien offengelegt hatte, untersuchte er in der gefeierten, zwei Jahrhunderte umspannenden Abhandlung »From the Ruins of Empire. The Revolt Against the West and the Remaking of Asia« (2012; dt. »Aus den Ruinen des Empires«, 2013) die binäre Differenzierung zwischen Ost und West aus asiatischer Sicht anhand der Biografien von Jamal al-Din al-Afghani, Liang Qichao und Rabindranath Tagore. Zuletzt verfasste Mishra mit »A Great Clamour. Encounters with China and Its Neighbours« (2013; dt. »Begegnungen mit China und seinen Nachbarn«, 2015) eine Analyse des Einflusses, den die Großmacht China auf ihre Umgebung ausübt, auf Grundlage seiner während einer Reise durch angrenzende Länder wie Indonesien und Taiwan gesammelten Eindrücke. Im Dezember 2015 setzte er sich in einem Essay in der »Süddeutschen Zeitung« angesichts der Bedrohung durch den Terror für eine Wiederentdeckung der Fähigkeit zur Selbstkritik ein, »mit der sich der Westen einst ja wirklich unterschied und aufklärte«.

2013 erhielt Mishra den Crossword Book Award in der Kategorie Sachbuch, 2014 den Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung sowie den Windham Campbell Literature Prize der Yale University. Der Autor lebt in London und Mashobra.

[http://www.pankajmishra.com/]

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