10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Nujum Al-Ghanem  [ Vereinigte Arabische Emirate ]

Biographie

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Massa Al Janna
Writers & Literature
Association
Bahrain, 1989

Al Jarraaer
Writers & Literature
Association
Bahrain, 1991

Manasil al-Dschulnar
Mu’assasat al-Intishar
al-‘Arabi
Beirut, 2000

La wasfa lima ana fiih
al-Mu’assassa al-’Arabiya
Beirut, 2005

Mala’ikat al-ashwaq
al-ba’ida
al-Mu’assassa al-’Arabiya
Beirut, 2008

Nujum Al-Ghanem wurde 1962 in Dubai geboren. 1996 machte sie ihren Abschluss in Video Production in Ohio, USA, 1999 ihren Master in Media Production an der Griffith University, Australien. Sie war von 1985 bis 1999 verantwortliche Kulturredakteurin der Zeitung »al-Ittihad« in Dubai und arbeitete als Produzentin für emiratische Radio- und Fernsehsender. Bereits sehr früh begann sie zu schreiben. Mittlerweile versteht sie sich primär als Lyrikerin und veröffentlichte sechs Gedichtbände.

Innerhalb der jungen, auch in der arabischen Welt selbst nahezu unbekannten emiratischen Literatur hat sich Al Ghanem mittlerweile einen festen Platz erobert. Wie viele andere emiratische Dichterinnen und Dichter ihrer und der jüngeren Generation schreibt sie nicht im traditionell in den Golfstaaten vorherrschenden »Nabati«-Stil, der Hochsprache mit Umgangssprache durchsetzt, klassische Topoi mit Alltagsrede und folkloristischen Sprichwörtern kombiniert und aufgrund seiner Verwurzelung in der klassisch arabischen Qasidendichtung durchaus auch politische Töne anschlagen kann, sondern im sogenannten »free verse«. In leicht lesbarem Stil wird eine Vielzahl von Themen umrissen, vor allem Liebe und Sehnsucht, politische Belange werden nahezu ausgeblendet oder nur indirekt umrissen. Dabei hat die Dichterin einen eigenen Duktus entwickelt: In ihren impressionistisch wirkenden Kurzgedichten verbindet sie flüchtige, beiläufige Beobachtungen aus der alltäglichen Umgebung mit originellen Kehrtwendungen: »Ich beobachte das Licht und mir scheint, es wolle zu mir rüberkommen / um meine Gedanken zu erleuchten / aber es geht aus / und ich merke es noch nicht einmal« (aus: »Atama mukhtalifa«, Ü: Ein anderer später Abend; in ihrem neuesten Diwan »Mala’ikat al-ashwaq al-ba’ida«, Ü: Der Engel der fernen Sehnsüchte, 2008). Das lyrische Ich zieht sich in eine Bilderwelt der Natur zurück, gibt jedoch stets nur Bruchstücke der Realität wieder: »Ich nehme den Teppich der Meditation / und fliehe zum Meer / wo sich die Möwen hinbegeben / um mit mir das Gebet zu teilen / und das morgendliche Mahl« (aus: »Fil-sabah«; Ü: Morgens, ebd.).

2008 wurde sie für ihren Film »al-Murid« (2008; Ü. Der Novize) beim Gulf Film Festival in Dubai und ebenso in Abu Dhabi ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie beim 5. Dubai International Film Festival als beste weibliche Filmemacherin der Vereinigten Arabischen Emirate gewürdigt. Al-Ghanem lebt als Autorin und Filmproduzentin in Dubai und ist Vorstandsmitglied der Abu Dhabi Authority for Culture and Heritage (ADACH).

© internationales literaturfestival berlin

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