10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Khaled Khalifa  [ Syrien ]

Biographie

Khaled Khalifa Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Haris al-khadi’a
Dar Alif
Beirut, 1993

2. Ausgabe: Dar Amisa,
Damaskus, 2006

Dafatir al-qurbat
Dar Ward
Damaskus, 2000
2. Ausgabe: Dar Amisa
Damaskus, 2006

Madih al-karahiya
Amisa
Damaskus/Beirut, 2006
2. Ausgabe: Dar al-Adab
Beirut, 2008

Khaled Khalifa wurde 1964 in Aleppo (Syrien) geboren. Er studierte Jura an der Universität Aleppo und war Mitbegründer und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift »Alif«, einem kritischen Forum für experimentelles Schreiben. Zu Beginn der 1980er Jahre war er Mitglied des »Literarischen Forums« an der Universität Aleppo, aus dem eine Reihe wichtiger Dichter hervorging. Ende der 1980er Jahre wandte er sich von der Poesie ab und begann Romane zu schreiben. Außerdem verfasste er zahlreiche Drehbücher für Kinofilme und Fernsehserien, die von renommierten syrischen Regisseuren realisiert wurden.

Seinen ersten Roman »Haris al-khadi’a« (1993; Ü: Der Wächter des Betrugs) bezeichnete Khalifa selbst als Akt der Befreiung von den Vätern des arabischen Romans. Der Bruch mit überkommenen Vorstellungen von Ort und Zeit, die Suche nach einer eigenen Sprache und Tabubrüche − sowohl auf inhaltlicher wie auf stilistischer Ebene − zeichnen alle seine Romane aus.

In »Dafatir al-qurbat« (2000; Ü: Die Hefte der Zigeuner) entwirft Khalifa in einem eleganten Stil, der über realistisches Schreiben hinausgeht und den Dialog umgeht, eine Welt, die zugleich legendenhaft und real ist. Der dritte Roman, »Madih al-karahiya« (2006; Lob des Hasses), war auf der Shortlist des International Prize for Arabic Fiction. In der Beurteilung der Jury heißt es, es sei »die Narration der Erfahrung einer doppelten Repression im Schatten der fundamentalistischen Organisationen innerhalb einer Gesellschaft, in der keine Demokratie herrscht, mittels einer vielschichtigen Sprache und von Figuren, die zerrissen vor den Fragen der Zukunft stehen«. Die Handlung dreht sich um eine Aleppiner Familie der Mittelschicht, die im Teppichhandel tätig ist, in den frühen 1980er Jahren, einer Zeit der heftigen Konfrontation zwischen den syrischen Muslimbrüdern und der Regierung. Die Enkeltochter erzählt von der Geschichte ihrer Familie, von ihrem Wandel von einer gemäßigten hin zu einer extremistischen Haltung in einer Stadt, in der das Zusammenleben verschiedener Konfessionen und Nationalitäten stets existenziell war. Die von dieser neuen fundamentalistischen Haltung geprägte Erzählerin trifft im Gefängnis auf Angehörige anderer religiöser wie auch politischer Gruppen und erfährt dadurch eine Öffnung gegenüber dem bisher als Feind vorgestellten anderen.

Khaled Khalifas Drehbücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. 2007 war er Gast des renommierten International Writing Program an der University of Iowa. Derzeit arbeitet er an einem neuen Roman mit dem Titel »Hayat muwaziya« (Ü: Ein Parallelleben). Khaled Khalifa lebt in Damaskus.

© internationales literaturfestival berlin

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