10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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John Banville  [ Irland ]

Biographie

John Banville Portrait
©:Douglas Banville

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Das Buch der Beweise
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 1991
[Ü: Dorle Merkel]

Doktor Kopernikus
Fischer
Frankfurt/Main, 1999
[Ü: Bernhard Robben]

Geister
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2000
[Ü: Christa Schuenke]

Die See
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2006
[Ü: Christa Schuenke]

Der silberne Schwan
(Pseudonym:
Benjamin Black)
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2009
[Ü: Christa Schuenke]

John Banville wurde 1945 im irischen Wexford geboren. Er besuchte dort eine katholische Schule und das St. Peter’s College, bevor er als Büroangestellter für Aer Lingus in Dublin zu arbeiten begann. Ausgiebig nutzte er die Gelegenheit, durch diese Tätigkeit bei einer Fluggesellschaft viele Reisen zu unternehmen. 1968 und 1969 lebte er in den USA, nach seiner Rückkehr arbeitete er als Journalist bei der »Irish Press« in Dublin. Daneben verfasste er Kurzgeschichten und erste Romane, die in den 1970er Jahren erschienen. Abgesehen von seinem Wirken als Schriftsteller machte er sich in den Folgejahren insbesondere als Literaturkritiker einen Namen. Von 1988 bis 1999 leitete er den Literaturteil der »Irish Times«. Seither arbeitet er als freier Autor und Kritiker.
Der Durchbruch als Literat gelang Banville mit seinem dritten Roman »Doctor Copernicus« (1976; dt. »Doktor Kopernikus«, 1999), einem Porträt des Astronomen, für das er mit dem James Tait Black Memorial Prize ausgezeichnet wurde. Es leitete eine Reihe von Büchern ein, in denen sich der Autor mit dem Leben und Wirken von Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Ideen auseinandersetzt, darunter ein Porträt Johannes Keplers (»Kepler« 1981; dt. 1997), ein Band über Isaac Newton (»The Newton Letter«, 1982; dt. »Newtons Brief« 2002) und ein Roman unter dem Titel »Mefisto« (1986), der Goethes »Faust« und die Zahlenwelt eines Mathematikers verarbeitet. Bereits in diesen Büchern scheint Banvilles Vorliebe für Charaktere durch, die düstere Geheimnisse mit sich herumtragen. Besonders deutlich wird dies in seiner Romantrilogie »The Book of Evidence« (1989; dt. »Das Buch der Beweise«, 1991), »Ghosts« (1993; dt. »Geister«, 2000) und »Athena« (1995; dt. 1996) über den aus der Ich-Perspektive erzählenden Mörder Freddie Montgomery, einen Schurken von Nabokovschen Dimensionen. Überhaupt steht Vladimir Nabokov für die Werke Banvilles ebenso Pate wie für die beiden wichtigsten Persönlichkeiten der irischen Literatur, Samuel Beckett und James Joyce.
Seinen größten internationalen Erfolg hatte Banville bislang mit dem Roman »The Sea« (2005; dt. »Die See« 2006), in dem ein älterer Kunsthistoriker nach dem Krebstod seiner Frau in ein Haus am Meer zurückkehrt, wo er die Ferien seiner Kindheit verbrachte. Die Kritik feierte den Autoren für sein Werk als »großen Stilisten« und lobte ihn »für seine wortgewaltigen Meditationen« (»Die Zeit«). Seit einigen Jahren schreibt er unter dem Pseudonym Benjamin Black auch Kriminalromane.
John Banville wurde mit diversen Literaturpreisen geehrt, darunter mit einem Man Booker Prize und der Auszeichnung »Novel of the Year« des Irish Book Award. Er ist Fellow der Royal Society of Literature. Der Autor lebt und arbeitet in Dublin.

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