10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Jabbar Yassin Hussein  [ Irak, Frankreich ]

Biographie

Jabbar Yassin Hussein Portrait
© Hartwig Klappert

Gast des ilb 2003, 2009.

Bibliographie

Un Ciel assombri d’étoiles
Atelier du Gué
Villelongue d’Aude, 1996

Adieu l’enfant
Atelier du Gué
Villelongue d’Aude, 1996

Yémen-Détours
L’Esprit des Peninsules
Paris, 2000

Le Lecteur de Bagdad.
Contes et nouvelles
Atelier du Gué
Villelongue d’Aude, 2000

Histoires de jour.
Contes de nuit
Atelier du Gué
Villelongue d’Aude, 2002

Paroles d’argile.
Un Irakien en exile
Atelier du Gué
Villelongue d’Aude, 2003
[Ü: Élizabeth Chehata]

Übersetzerin

Élizabeth Chehata, Regina Keil-Sagawe

Jabbar Yassin Hussein wurde 1954 in Bagdad, Irak, geboren. Nachdem die Ba’ath-Partei 1968 erneut die Macht übernommen hatte, schloss er sich im Alter von 14 Jahren der Kommunistischen Partei an. Wegen seiner politischen Aktivitäten, u. a. als Vorstand der Kommunistischen Jugend Bagdads, wurde er bereits in seiner Schulzeit mehrmals inhaftiert und gefoltert. Als 1973 die Kommunistische Partei von der Ba’ath-Partei in der »Patriotischen Nationalen Progressiven Front« vereinnahmt wurde, gab er seine Mitgliedschaft auf. Seither stand er unter ständiger Beobachtung durch das Regime.

Er war an der Universität in Bagdad eingeschrieben und kurze Zeit als Journalist tätig, durfte jedoch weder sein Studium noch seine Arbeit fortsetzen. Stattdessen schrieb er Romane, Erzählungen, Gedichte und Märchen für Kinder. 1976 drohte ihm eine erneute Inhaftierung, weshalb er das Land überstürzt verlassen musste. Er floh nach Frankreich und gründete dort mit befreundeten Exilanten die Zeitschrift »Aswat«, die eine kritische Haltung zu Saddam Hussein einnahm.

Jabbar Yassin Hussein schreibt neben Romanen, Kurzgeschichten und Erzählungen auch Artikel für arabische und europäische Zeitungen und Magazine und übersetzt Lyrik aus dem Arabischen ins Französische. In seinen Texten behandelt er vorrangig die traumatische Erfahrung des Exils, den Verlust von Heimat und Identität. Sowohl Heimat als auch Exil werden entzaubert – und doch kann der Autor, wie er selbst sagt, die Nostalgie und die ihm durch die Exil-Erfahrung anhaftende Fremdheit bis heute nicht überwinden. Seit Anfang der 1990er Jahre wurden seine Bücher in Übersetzung in Frankreich veröffentlicht, darunter »Adieu, l’enfant« (1996), eine sehr persönliche Annäherung an die Geschichten und Ereignisse seiner Kindheit. Erzählungen wie »Le lecteur de Bagdad« (2000) und »Histoires de jour, contes de nuit« (2002) erinnern ebenfalls an sein Leben in der Heimat. 2003 erschien »Paroles d’argiles. Un Irakien en exile«, eine Sammlung von Artikeln, Kommentaren und Reden zur aktuellen Situation im Irak, die in der arabischen Presse veröffentlicht wurden.

Husseins Werke wurden in acht europäische Sprachen übersetzt. 2004 erhielt er den Preis »Autor zwischen Grenzen« der Stadt Triest. Hussein lebt seit 1992 in der Nähe von La Rochelle in Frankreich.

© internationales literaturfestival berlin

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