10.ilb - 15.09 bis 26.10.10 - Focus Osteuropa
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Émile Bravo  [ Frankreich ]

Biographie

Émile Bravo Portrait
©:privat

Gast des ilb 2009.

Bibliographie

Ivoire: Les tribulations de
Joost Vanlabecke
[mit: Jean Régnaud]
Magic strip
Paris, 1990

Les véritables aventures
d’Aleksis Strogonov:
Intégrale
Dargaud
Paris, 2004

Spirou & Fantasio Spezial:
Porträt eines Helden
als junger Tor
Carlsen Comics
Hamburg, 2009

[Ü: Martin Budde]

Meine Mutter ist in
Amerika und hat
Buffalo Bill getroffen
[mit: Jean Régnaud]
Carlsen
Hamburg, 2009
[Ü: Kai Wilksen]

Bye-bye Bush
[mit: Guillaume Bouzard,
Diego Aranega u.a.]
Dargaud
Paris, 2009

Émile Bravo, 1964 als Sohn spanischer Einwanderer in Paris geboren, arbeitete nach seiner Ausbildung zum technischen Zeichner zunächst als Illustrator und in der Werbebranche bevor er 1990 mit dem in der Collection Atomium ’58 publizierten Band »Ivoire« (1990; Ü: Elfenbein) sein Debüt gab. 1992 wurde er Mitglied der Ateliergemeinschaft »Nawak«. Gemeinsam mit seinem langjährigen Wegbegleiter Jean Regnaud erschuf er die Serie »Les véritables aventures d’Aleksis Strogonov« (1993-1998; Ü: Die wahren Abenteuer des Aleksis Strogonov). Einem größeren Publikum wurde er schließlich durch die Reihe »Les épatantes aventures de Jules« (1999-2006; Ü: Jules’ famose Abenteuer) bekannt.
Mit Büchern wie der märchenhaften Geschichte »Boucle d’or et les sept ours nains« (2004; Ü: Der goldene Ring und die sieben Zwergbären) engagierte er sich konsequent für die Weiterentwicklung des Comics und dessen Verschmelzung mit der Gattung des Kinderbuchs zu einem neuen literarästhetischen Typus. Sein zuletzt erschienenes Buchprojekt »Ma maman est en Amérique, elle a rencontré Buffalo Bill« (2007; dt. »Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen«, 2009) ist ein solcher Grenzgänger. So urteilt die Fachzeitschrift »Eselsohr«: »Die Kinder sind in der Perspektive extrem klein; Erwachsene extrem groß. Die Texte sind größtenteils beschreibend, klassische Dialoge in Blasenform werden selten und wenn, dann ganz punktuell eingesetzt, um eine bestimmte Situation zu verstärken. In der Bildgestaltung wird nicht experimentiert.« Der sechsjährige Jean, dessen Mutter sich an einem ihm unbekannten Ort aufhält und dessen Vater als Geschäftsmann die meiste Zeit außer Haus weilt, sieht sich gezwungen, wilde Spekulationen über das Leben seiner Mutter als Wahrheit auszugeben, als er in der Schule über seine Eltern und deren Berufe berichten soll.
Bereits 2008 hatte Émile Bravo mit seinem Sonderband »Spirou, le journal d’un ingénu« (2008; dt. »Por trät eines Helden als junger Tor«, 2009), dessen Konzept bewusst mit dem engen Weltbild der Serie und dem bisherigen Ausblenden weltpolitischer Inhalte bricht, für Aufmerksamkeit gesorgt. Über dies installiert er eine psychologische Erzählebene. In dem historisch-politischen Entwicklungsroman erfährt der Leser, wie aus dem naiven Hotelpagen Spirou der spätere Abenteurer werden konnte.
Für sein Werk wurde Émile Bravo u.a. 2002 mit dem Prix René Goscinny als bester junger Autor und 2005 mit dem Prix du Festival Quai des Bulles – Prix Petit Robert ausgezeichnet. Sein Kinderbuch »Ma maman est en Amérique, elle a rencontré Buffalo Bill« erhielt 2008 eine Auszeichnung im Comic-Salon in Angoulême. Er lebt und arbeitet heute in Paris.

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